BGR-Berichte: Rohstoffsituation in Deutschland und internationaler Ländervergleich von mineralischen Rohstoffen

Quelle: BGR

Der neue Bericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zur Rohstoffsituation bündelt die aktuellen Daten zur Rohstoffproduktion, zum Im- und Export sowie zum Recycling in Deutschland für das Jahr 2024.
Darüber hinaus wurde kürzlich der BGR-Bericht „Vorkommen und Produktion mineralischer Rohstoffe – ein Ländervergleich (2022)“ veröffentlicht. Hierfür wird kontinuierlich der Wert der Bergbauproduktion von 60 Metallen und Industriemineralen erfasst und berechnet.

Für Energie- und Verkehrswende, Digitalisierung und Wohnungsbau werden in Deutschland große Mengen Rohstoffe benötigt. Die Rohstoffversorgung stützt sich dabei auf drei Säulen: heimische Förderung, Importe und Recycling. Seit 1980 veröffentlicht die BGR jährlich den Bericht zur Rohstoffsituation als Informationsgrundlage für Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Dieser stellt für das Jahr 2024 dar, dass weiterhin die schwache Wirtschaftsleistung zu einem erneut gesunkenen Rohstoffbedarf führte. Die Inlandsproduktion mineralischer Rohstoffe fiel mit 475 Mio. Tonnen unter das bereits niedrige Vorjahresniveau und ist seit 2020 stark rückläufig – besonders bei Bau- und Energierohstoffen wie Braunkohle, Erdgas und Erdöl.
Auch die Rohstoffimporte gingen mengenmäßig weiter zurück und lagen mit 288 Mio. Tonnen rund 2,8 % unter dem Vorjahr. Hauptursache waren geringere Energieimporte, während die Einfuhren von Metallen und Nichtmetallen leicht zunahmen.
Recycling leistet vor allem bei Basismetallen einen wichtigen Beitrag zur Versorgung: 2024 stammten u. a. 72 % des Aluminiums, 62 % des Bleis, 46 % des Rohstahls, 41% des Kupfers und 24 % des Zinks aus Recycling. Bei vielen anderen Metallen, wie Zinn, Magnesium und Platin spielt Recycling bislang kaum eine Rolle.
Darüber hinaus erfasst die BGR in ihrem Ländervergleich zu Vorkommen und Produktion mineralischer Rohstoffe seit 2010 kontinuierlich den Wert der globalen Bergbauproduktion von 60 Metallen und Industriemineralen. Im Jahr 2022 erreichte dieser einen Gesamtwert von rund 1.150 Mrd. US-Dollar, etwa 30 Mrd. US-Dollar mehr als 2021 und 350 Mrd. US-Dollar mehr als 2020. Eisenerz, Kupfer und Gold machten dabei 58 % des gesamten Produktionswertes aus.
Seit 2015/2016 hat sich der Produktionswert nahezu verdoppelt, vor allem aufgrund stark gestiegener Rohstoffpreise, insbesondere seit 2020. Zwar sind die Preise seit 2021/2022 teilweise rückläufig (Stand 2025), liegen bei vielen Rohstoffen jedoch weiterhin über dem Niveau von 2019 und deutlich über dem von 2015/2016. Gold setzt seinen Preisanstieg sogar weiter fort.

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