Rohstoffsicherung und Kreislaufwirtschaft: Bayern setzt auf Resilienz

Die Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist für die bayerische Wirtschaft entscheidend – doch Abhängigkeiten und Bürokratie bremsen die Wettbewerbsfähigkeit. Das „Bündnis Zukunft der Industrie“ zeigt im neuen Positionspapier, wie Diversifizierung, Recycling und beschleunigte Genehmigungen die Resilienz stärken können.
Die Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist für die bayerische und deutsche Industrie von zentraler Bedeutung. Das Fundament moderner, zukunftsfähiger Industriegesellschaften und ihrer Schlüsseltechnologien fußen auf der Rohstoff-Versorgungssicherheit. Besonders kritische Rohstoffe wie Seltene Erden, Lithium, Kobalt, Gallium oder Wolfram sind unverzichtbar, ihr Bedarf und damit die Importabhängigkeit steigt signifikant. Zusätzlich beeinflussen geopolitische Spannungen, Handelskonflikten sowie marktverzerrende Praktiken die Rohstoffmärkte.
Das „Bündnis Zukunft der Industrie" (BZdI) hat Ende 2025 ein Positionspapier vorgelegt, das konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Rohstoffsicherung und Kreislaufwirtschaft fordert. Das BZdI verfolgt das gemeinsame Ziel, die Industrie in anspruchsvollen Zeiten zukunftsfähig zu gestalten und ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Das BZdI-Positionspapier „Wirtschaftssicherheit und Resilienz als Fundament einer zukunftsfähigen Industrie“ benennt unter anderem folgende zentrale Handlungsfelder:
- Breitere Diversifizierung der Bezugsquellen sowie Ausbau heimischer Förderung, Verarbeitungskapazitäten und Recyclingmöglichkeiten für kritische Rohstoffe.
- Konsequente Umsetzung bestehender politischer Instrumente, etwa des EU „Critical Raw Materials Act“ (CRMA), sowie zügiger Einsatz neuer Instrumente.
- Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren und Schaffung wettbewerbsfähiger Investitionsbedingungen durch Bürokratieabbau.
- Vertiefung internationaler Partnerschaften mit rohstoffreichen Staaten durch z.B. langfristige Lieferverträge und engere Kooperationen im Bereich der Weiterverarbeitung, Infrastruktur und Technologie.
- Förderung einer ambitionierten Kreislaufwirtschaft zu kritischen Rohstoffen mittels marktbasierter Anreize, gezielter Unterstützung von Recyclingtechnologien sowie Forschung im Rohstoffbereich.
- Engere Zusammenarbeit von Staat, Industrie und Forschung durch gemeinsame Taskforces und Roadmaps mit klaren Maßnahmen zur Diversifizierung der Bezugsquellen, zur geopolitischen Risikominimierung und vor allem von Wettbewerbsfähigkeit.
Auf europäischer Ebene setzt der CRMA kürzere Genehmigungsverfahren und die verstärkte Nutzung von Sekundärrohstoffen durch. Der Bund hat mit dem neuen Rohstofffonds ein Instrument geschaffen, um strategische Projekte in den Bereichen Gewinnung, Weiterverarbeitung und Recycling zu fördern.
Foto: Adobe Stock 1890929808 - Autor: Anon
