Car2Car: hochwertige Materialkreisläufe technisch möglich

Car2Car ist ein kürzlich abgeschlossenes Forschungsprojekt aus dem Automobilbereich. Ergebnis ist u. a., dass das Schließen hochwertiger Materialkreisläufe in der Automobilindustrie möglich ist. Besonders Metalle wie beispielsweise Stahl bieten ein erhebliches Potenzial für hochwertige Recyclingkreisläufe. Beim Recycling von Kunststoffen und Glas gibt es weiterhin einige Herausforderungen.
Das Forschungsprojekt Car2Car untersuchte, in welchem Umfang Materialien aus Altfahrzeugen zurückgewonnen und wieder für die Herstellung neuer Fahrzeuge genutzt werden können. Dabei wurde nicht nur auf die Recyclingfähigkeit eines Materials geachtet, sondern auch, ob es in vergleichbarer Qualität in den Kreislauf zugeführt werden kann. Diese im Projekt definierte „Car2Car-Quote“ konnte mit Hilfe erweiterter Verfahrenstechnik und optimierter Prozessrouten von 6 auf 51 Prozent gesteigert werden.
Im Fokus standen dabei neben Metallen wie Stahl, Aluminium und Kupfer auch Kunststoffe und Glas. Ein hohes Potenzial für hochwertige Materialkreisläufe ergab sich vor allem bei den Metallen, während bei Kunststoffen und Glas weiterer Entwicklungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der hohen Qualitätsanforderungen der Automobilindustrie, besteht. Das Projekt macht demnach deutlich, dass aus Altfahrzeugen wieder neue Fahrzeugkomponenten hergestellt werden können. Voraussetzung dafür sind aber auch zusätzliche Investitionen und Entwicklungen in den Bereichen Fahrzeugdesign, Demontage-, Sortierung und Recyclinging sowie die Schaffung praxisorientierter regulatorischer Rahmenbedingungen.
Die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse liefern eine wichtige Datengrundlage für die Weiterentwicklung der gesamten automobilen Verwertungslandschaft. Eine industrielle Erprobung fand bereits im BMW Group Werk in Leipzig statt: Mehr als 100.000 Serienteile aus rückgeführtem Stahl entstanden dort und wurden in Fahrzeugen verbaut.
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