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Kassenzettel – Entsorgung und Alternativen

Quelle: UBA

Gesetzlicher Hintergrund

Das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen, das sogenannte "Kassengesetz" führte die Pflicht zur Ausgabe von Belegen zum 01. Januar 2020 ein. Der Beleg kann elektronisch oder in Papierform ausgestellt werden.

Bewertung aus Umweltsicht

Kassenbons oder Kassenzettel werden meist aus Frischfaserpapier hergestellt. Dafür werden Ressourcen wie Holz, Wasser und Energie verbraucht.
Problematisch ist aus Umweltsicht auch die chemische Zusammensetzung von Thermopapier.
Thermopapier ist ein Spezialpapier das ca. 0,5 bis 3 % Farbentwickler enthält, der unter Temperatureinwirkung in einer chemischen Reaktion die Schwarzfärbung des Papiers auslöst.
Als Farbentwickler wurden bisher im wesentlichen Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S eingesetzt.
BPA ist mittlerweile EU-weit als besonders besorgniserregender Stoff (Substance of Very High Concern, SVHC) unter REACH identifiziert.

Alternativen: Digitale Bons, Belege aus Recyclingmaterial und ohne chemische Farbentwickler

Ab dem 02. Januar 2020 dürfen Thermopapiere, die 0,02 Gewichtsprozent oder mehr BPA enthalten innerhalb der EU nicht mehr in Verkehr gebracht, also auch nicht weiterverkauft oder an Kundinnen und Kunden ausgegeben werden.
Die ECHA berichtet, dass primär andere Bisphenole (insbesondere Bisphenol S), sowie Pergafast 201 und D8 zukünftig als Alternativen genutzt werden.
Farbentwicklerfreie Thermopapiere wie Blue4est® sind vorhanden.

Ein elektronischer Beleg muss inhaltlich den Anforderungen eines Papierbelegs entsprechen.
Es gibt diverse Apps für den digitalen Kassenbon, wie zum Beispiel Admin, Bill Less, Wunderbon oder Smartbeleg.

Entsorgung: Restmüll oder Papiermüll?

Das Umweltbundesamt empfiehlt aus Vorsorgegründen alle Thermopapiere mit dem Restmüll zu entsorgen, da weiterhin phenolhaltige Farbentwickler verwendet werden und der Verbraucher Thermopapiere nicht unterscheiden kann.  
Das UBA empfiehlt, dass Kaufbelege von den Kassen elektronisch gespeichert werden.
Des weiteren sollten die Zettel so kurz wie möglich, zum Beispiel durch den Verzicht von Werbung, gehalten werden.