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IHK-Energiewende-Barometer 2021 – Unternehmensumfrage zur Umsetzung der Energiewende

Quelle: IHK

Die Mehrheit der Betriebe beurteilt die Energiewende derzeit eher als Herausforderung und weniger als Chance, so das Ergebnis des diesjährigen Energiewende-Barometers. Die bundesweite Umfrage der IHK-Organisation zeigt aber auch, dass mehr Unternehmen als im Vorjahr Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz umsetzen und die Nutzung der Elektromobilität zugenommen hat. Bei Klimaneutralität und CO2-Bilanzierung besteht hingegen noch deutlich Luft nach oben.

Für das Energiewende-Barometer 2021 wurden rund 2.600 Unternehmen quer durch alle Branchen und Regionen in Deutschland danach gefragt, wie sie die Energiewende bewerten, wie sich ihre Energiekosten entwickeln und welche Energiewende- und Klimaschutzmaßnahmen sie umsetzen. Die Umfrage wird jährlich durchgeführt.

Insgesamt wird die Energiewende von den befragten Unternehmen wieder stärker als Belastung wahrgenommen, wobei sich insbesondere die Industrie kritisch äußert. Von den befragten Industriebetrieben sahen 43 Prozent einen negativen bzw. sehr negativen Einfluss auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit, während dies im Durchschnitt aller Branchen nur 30 Prozent angaben.

Nicht zuletzt aufgrund der gestiegenen Strom- und Energiekosten sind Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz wichtiger geworden. Während 25 Prozent der Unternehmen bereits Maßnahmen umgesetzt haben, befinden sich 38 Prozent der Unternehmen in der laufenden Umsetzung und immerhin 20 Prozent planen eine Umsetzung binnen Jahresfrist.
Ganz oben auf der Agenda steht hierbei die Steigerung der Energieeffizienz in der Mobilität. Insgesamt glauben jedoch nur wenige Unternehmen, dass innerhalb der nächsten 5 Jahre größere Mengen Energie eingespart werden können – vielerorts sind die „tiefhängenden Früchte“ bereits geerntet und die Grenzkosten zusätzlicher Effizienzmaßnahmen steigen.

Auffällig ist das Interesse an Grünstrom. 29 Prozent beziehen solchen bereits, 28 Prozent arbeiten daran und auch die Bereitschaft, für Strom aus erneuerbaren Energien mehr zu bezahlen, ist gestiegen.

Acht Prozent der befragten Unternehmen wirtschaften nach eigenen Angaben bereits klimaneutral. Etwas mehr als ein Viertel plant, im Zeitraum bis 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Es wurde jedoch nicht abgefragt, auf welchen Geltungsbereich (Scope 1 bis 3) sich diese Angaben beziehen. Eine große Hürde stellt die Bilanzierung des eigenen CO2-Fußabdrucks dar, etwa zwei Drittel scheuen hiervor noch zurück. Gründe sind der große Aufwand, mangelnde personelle und finanzielle Ressourcen sowie der Mangel einheitlicher Standards zur Kommunikation der eigenen Erfolge. Jeweils rund ein Drittel der Unternehmen wünscht sich zudem mehr Unterstützungsangebote und Förderprogramme sowie einfach zugängliche Informationen für den Einstieg in die betriebliche Klimabilanz und deren Umsetzung.

Alle Ergebnisse der Befragung sowie die Empfehlungen der befragten Unternehmen an die neue Bundesregierung sind im Bericht zur Umfrage zusammengefasst (siehe Linkliste).