Hitze wird zum Wirtschaftsfaktor: Studie beziffert Kosten für Unternehmen in Milliardenhöhe

Quelle: BMAS, Prognos

Hitze belastet nicht nur die Gesundheit und Sicherheit von Beschäftigten, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Eine aktuelle Studie der Prognos AG im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zeigt, welche ökonomischen Folgen hohe Temperaturen am Arbeitsplatz verursachen. Die Ergebnisse verdeutlichen: Präventiver und klimawandelgerechter Arbeitsschutz ist ein wichtiger Baustein der Klimaanpassung. Wer frühzeitig in Hitzeschutz investiert, schützt Beschäftigte, sichert Leistungsfähigkeit und kann wirtschaftliche Folgekosten vermeiden.

Welche wirtschaftlichen Folgen hat Hitze?

Ein Hitzetag (≥ 30 °C) kostet die deutsche Wirtschaft etwa 431 Millionen Euro.
  • Rund 97 % der Kosten entfallen auf Produktivitätsverluste.
  • Rund 13 Millionen sind auf Ausfälle durch Krankheiten und Unfälle zurückzuführen.
Besonders betroffen von Produktionseinbußen sind Branchen mit hoher körperlicher Belastung, mit Tätigkeiten im Freien oder mit eingeschränkten Anpassungsoptionen, etwa die Land- und Forstwirtschaft, das Baugewerbe, das verarbeitende Gewerbe sowie Verkehr und Lagerei.

Ausblick bis 2060

Auf Basis von Klimaprojektionen (RCP8.5) des Deutschen Wetterdienstes werden für den Zeitraum 2031 bis 2060 durchschnittlich fünf bis zehn zusätzliche Hitzetage pro Jahr prognostiziert. Dadurch entstehen für Unternehmen in Deutschland jährliche direkte hitzebedingte Kosten zwischen 2,1 und 4,5 Milliarden Euro. Werden darüber hinaus indirekte Effekte entlang von Liefer- und Wertschöpfungsketten berücksichtigt, steigen die gesamtwirtschaftlichen Kosten auf rund 4,2 bis 9,0 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Auswirkungen fallen dabei regional unterschiedlich aus. Besonders betroffen sind süddeutsche Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg, die aufgrund ihrer höheren Hitzebelastung und ihrer Wirtschaftsstruktur die höchsten Kosten aufweisen.

Anpassungsmaßnahmen und Best-Practices

Die Studie zeigt nicht nur Risiken auf, sondern enthält auch Maßnahmen und Best-Practice-Beispiele. Dazu zählen technische Schutzmaßnahmen wie Verschattung und Begrünung, organisatorische Maßnahmen wie beispielsweise angepasste Arbeitszeiten und Pausenregelungen sowie personenbezogene Maßnahmen wie etwa Schulungen und Schutzausrüstung.

Zugleich werden Unternehmen vorgestellt, die bereits heute Hitzelösungen umsetzen. Damit bietet die Studie neben der ökonomischen Einordnung auch Anknüpfungspunkte für die betriebliche Praxis.

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