Klimawandel wird zum Wirtschaftsrisiko: bereits mehr als jedes fünfte Unternehmen in Deutschland betroffen
Quelle: KfW

Der Klimawandel ist eine ökologische und zunehmend eine wirtschaftliche Herausforderung. Eine aktuelle Analyse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zeigt: Extremwetterereignisse verursachen weltweit steigende Schäden, Lieferketten geraten unter Druck und bereits mehr als jedes fünfte Unternehmen in Deutschland berichtet von negativen Auswirkungen des Klimawandels. Neben dem Klimaschutz gewinnen deshalb Anpassungsmaßnahmen an Bedeutung.
Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hochwasser, Dürren, Hitzewellen oder Stürme verursachen bereits heute wirtschaftliche Schäden:
- weltweit (2000–2024): mehr als 3,8 Billionen US-Dollar
- Deutschland (1980–2023): rund 180 Milliarden Euro
Große und energieintensive Unternehmen besonders betroffen
2025 gaben 21 Prozent der Unternehmen in Deutschland an, von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen zu sein.
Mit der Unternehmensgröße steigt die wahrgenommene Betroffenheit durch Klimafolgen. Während jedes fünfte Kleinstunternehmen mit unter fünf Mitarbeitenden negative Auswirkungen feststellt, berichten mehr als sieben von zehn Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro von klimawandelbedingten Folgen. Ein wesentlicher Grund ist die stärkere Vernetzung mit globalen Märkten.
Auch energieintensive Unternehmen sind überdurchschnittlich häufig betroffen. 31 % der Unternehmen, deren Energiekosten mindestens 10 % der Gesamtkosten ausmachen, berichten von negativen Auswirkungen des Klimawandels. Niedrige Flusspegel oder Einschränkungen bei der Kühlwassernutzung können Produktion und Energieversorgung erheblich beeinträchtigen.
Ausblick bis 2100
Bei unveränderter Klimapolitik könnte die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf rund 2,8 Grad Celsius steigen. Mit dem Fortschreiten der globalen Erwärmung werden Extremwetterereignisse häufiger und intensiver. Damit steigen die wirtschaftlichen Risiken für Unternehmen.Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen
Neben dem internationalen Klimaschutz gewinnt die Anpassung an Klimafolgen an Bedeutung. Dazu gehören unter anderem der Ausbau von Maßnahmen zum Hochwasser- und Hitzeschutz, die Anpassung der Landwirtschaft sowie die Schaffung zusätzlicher Grünflächen in Städten.Auch Unternehmen können ihre Widerstandsfähigkeit stärken, etwa durch den Schutz von Gebäuden und Anlagen vor Überschwemmungen, den Abschluss von Elementarversicherungen, hitzemindernde Verschattungsmaßnahmen oder höhere Lagerbestände.
Arbeitshilfen vom IZU finden Sie unter "weiterführende Informationen".
Die KfW-Analyse verdeutlicht: Klimaanpassung entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Bestandteil unternehmerischer Risikovorsorge und trägt dazu bei, die wirtschaftlichen und sozialen Kosten zu begrenzen.
Bildquelle: KI-generiert, BayernKI, 072026, Klimaanpassung
