Umweltpakt Bayern

2. Europäische Ressourcenkonferenz (EUREK) – Rückblick

Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Co-Präsident des Club of Rome, wird bei seinem Vortrag auf der EUREK 2018 dargestelltBild vergrössern Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Club of Rome) als Referent der EUREK 2018

Im Rahmen der IFAT Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft 2018 lud am 16. Mai 2018 das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) am Bayerischen Landesamt für Umwelt zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zur "2. Europäischen Ressourcenkonferenz (EUREK)" ein.

Mit dem prägnanten Vortragstitel "Recycling ist gut, Kreislauf ist besser", machte Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker als Co-Präsident des Club of Rome den Auftakt zur 2. EUREK. Er stellte eindrucksvoll Ansätze für eine Entkopplung des weltweit wachsenden Wohlstands vom ebenfalls ansteigenden globalen Ressourcenverbrauch dar. Vertreter des europäischen, bundesdeutschen und bayerischen Umweltressorts skizzierten im Anschluss Strategien und Wege zu einer nachhaltigen Ressourcenpolitik.

Im zweiten Themenblock lag das Augenmerk auf verschiedenen Ansätzen für ressourceneffizientes Handeln durch umweltgerechtes Design von Produkten. Dabei wurde von Klaus Hieronymi, Strategischer Berater von Hewlett-Packard Inc., die lange Nutzungsdauer von Produkten, neue Geschäftsmodelle und deren Grenzen am Beispiel des Tintenlieferservices von Hewlett-Packard intensiv beleuchtet. Integrierte Produktpolitik, Materialauswahl und die Kreislaufführung von Produkten waren Schwerpunkte in den Ausführungen von Prof. Ursula Tischner als Mitglied der Ressourcenkommission am Umweltbundesamt und Geschäftsführerin der econcept GmbH. Marina Proske, Wissenschaftlerin am Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, stellte anhand ausgewählter Smartphones Ressourceneffizienz durch modulare Bauweisen dar. Das Zentrum für Ökodesign im Baskenland wurde von Jose Maria Fernandez Alcala, Projektmanager Ökodesign der IHOBE Umweltbehörde des Baskenlandes, präsentiert.

Mit dem Recycling von Elektroaltgeräten und der Rückgewinnung von Rohstoffen beschäftigte sich der letzte Themenblock. Hier wurde von Dr. Christian Hagelüken, Direktor der EU Government Affairs bei Umicore AG & Co. KG, eindrucksvoll skizziert, vor welchen Herausforderungen das Recycling von Elektroschrott steht. Exemplarisch ist hier der abnehmende Edelmetallgehalt in Produkten zu nennen, der kaum noch Raum für einen "business case" für Recycling-Unternehmen bietet. Metallrückgewinnung aus komplexen Elektro- und Elektronikaltgeräten sowie Batterien: Trennen, Sortieren, Aufarbeiten – das waren die Themen von Dr. Sven Grieger, Leitung Geschäftsentwicklung des Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS. Hierzu wurde den Gästen der aktuelle Stand der Wissenschaft präsentiert. Wechselnde gesetzliche Rahmenbedingungen im Elektroschrott-Recycling waren Inhalte des Vortrags von Hannes Fröhlich, Geschäftsführer der Elektrocycling GmbH. Die 2. EUREK endete mit einem Blick auf die internationalen die Verbringung von Elektroschrott. Diese Thematik wurde von Ellen Gunsilius, Projektleiterin SV Konzepte nachhaltiger Abfallwirtschaft und Franziska Frölich, Projektleiterin ODS banks management, beide Mitarbeiterinnen der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, vorgestellt.

Die 2. EUREK fand sehr großen Anklang im fachlichen Rahmenprogramm der IFAT 2018.

Das REZ bedankt sich für das Engagement und die Unterstützung aller, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben!