Umweltpakt Bayern

Berichte zu durchgeführten REZ-Veranstaltungen

Mit nachhaltigen Werkstoffen umweltgerecht produzieren

Gruppenfoto Gruppenfoto der veranstaltenden Institutionen, vertreten durch: v. l.: Dr. Bettina Fink (C.A.R.M.E.N. e.V.), Katharina Boehlke (REZ), Dr. Edgar Remmele (TFZ); Quelle: C.A.R.M.E.N. e.V.

Eine vorausschauende Produktplanung trägt dazu bei, Rohstoffkreisläufe zu schließen, nachhaltigere Produkte zu entwickeln und unabhängiger von Primärrohstoffen zu werden. Spätestens am Ende der Nutzungsphase eines Produktes wird deutlich, dass ein Großteil der wertvollen Rohstoffe nicht zurückzugewinnen ist. Nur etwa fünf Prozent des Rohstoffwerts werden nach dem ersten Nutzungszyklus durch Recycling wiederhergestellt.

Kreislauffähigere Produkte können durch verschiedene Herangehensweisen entstehen. Diese bieten erste Ansätze für ein Ende der Linearwirtschaft. Bei der Entstehung eines Produktes werden bereits durch Konstruktion und eingesetzte Materialien das Produktionsverfahren und die Qualität eines Produktes festgelegt. Entwickler und Designer entscheiden somit über die Nachhaltigkeit eines Produktes. Auf dem Weg zu einer Circular Economy punkten langlebige und kreislauffähige Materialien, eine reparaturfreundliche Konstruktion und Lösungen für ein erleichtertes Recycling oder eine Produktrücknahme.

Nach einem Überblick zu diesen Themen verdeutlichten am 07. November 2018 fachliche Akteure beim Unternehmerfrühstück in Straubing die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und die Vorteile neuer Werkstoffe in der Kunststoffverarbeitung. Denn Nachwachsende Rohstoffe bieten eine Alternative zum klassischen Hauptbestandteil Erdöl. Auf Basis von erneuerbaren Materialien wie Holz oder Zuckerrohr können biobasierte Kunststoffe hergestellt werden, die teilweise sogar biologisch abbaubar sind. Diese können klassische Produkte oder Verpackungen aus Kunststoffen ersetzen oder deren Eigenschaften verbessern. Es ist möglich, Naturfasern auch in klassische Kunststoffe einzuarbeiten, um weniger fossile Rohstoffe zu verbrauchen und die Stabilität des Produktes zu erhöhen. Der Geschäftsführer der Biofibre GmbH verdeutlichte die Einsatzmöglichkeiten von biobasierten Kunststoffen und stellt Produkte aus bis zu 97 Prozent biobasierten Materialien her.

Die Rehau AG & Co sowie die Lindner Group KG verdeutlichten, wie mit dem Ansatz Cradle-to-Cradle ("Von der Wiege zur Wiege") Produkte gezielt umweltfreundlich und kreislauffähig gestaltet werden können. Ein technologischer und ein biologische Kreislauf bilden die Basis des Konzepts, bei dem es keine Abfälle mehr gibt. Anhand von strengen Kriterien werden die Produkte bei der Zertifizierung durch einen Gutachter geprüft. Entscheidend sind dabei beispielsweise Materialzusammensetzung, Recyclingfähigkeit und Schadstofffreiheit. Auch ein Konzept zur Rückführung des Produktes in den Kreislauf ist Bestandteil des Konzepts.

Die Veranstaltung brachte Wirtschaft und Wissenschaft zu einer komplexen Fragestellung zusammen und weitete den Blick auf neue Lösungsansätze. Ausgerichtet wurde Sie durch eine Kooperation von C.A.R.M.E.N. e.V., dem Technologie- und Forschungszentrum (TFZ) in Straubing sowie dem Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern am Bayerischen Landesamt für Umwelt.

Unterstützt wurde die Veranstaltung durch die IHK Niederbayern sowie die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim.

Daten zur Optimierung von Produkten und Prozessen nutzen

Unternehmen sammeln bereits vielfältige Daten zu Produkten und Prozessen. Digitale Methoden bieten die Chance diese für ein besseres Prozessverständnis und einen effizienteren Einsatz von Ressourcen zu nutzen.

Am 10. Juli 2018 informierten sich die Gäste des Unternehmerfrühstücks an der Hochschule in Rosenheim zu den Möglichkeiten die Ressourceneffizienz im Unternehmen zu verbessern.

Den Einstieg in das Thema bildeten die Impulse des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern (REZ) am Bayerischen Landesamt für Umwelt sowie die fachlichen Vorträge von Dr. Tobias Bellmann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik und Prof. Dr.-Ing. Sandra Krommes von der Hochschule Rosenheim.

Anschauliche Beispiele aus der Praxis verdeutlichten die verschiedenen Herangehensweisen bei der Aufarbeitung und digitalen Analyse der produktionsbezogenen Daten. Claus Neuffer von der Schattdecor AG machte deutlich, wie groß die generierten Datenmengen sind und wie eine Auswertung mit dem Ziel der Effizienzsteigerung erfolgreich ablaufen kann.

Beginnen können Unternehmen damit, sich einen Überblick über die bereits vorhandenen Daten zu verschaffen. Schritt für Schritt kann dann ein digitales Wert- und Stoffstrommodell entstehen. Vertiefend können mit Hilfe des digitalen Zwillings einzelne Prozessschritte oder Produkte, aber auch der gesamte Prozess parallel zur laufenden Produktion simuliert und optimiert werden.

Dadurch werden Stillstände von Maschinen und Anlagen und unnötige Fehlproduktionen vermieden, Abfall- und Ausschussmengen reduziert und die Effizienz gesteigert. Der digitale Optimierungsprozess verdeutlicht sofort wie sich Änderungen auf den Wert- und Stoffstrom auswirken, wodurch ein tieferes Prozessverständnis erlangt wird.

REZ erfolgreich auf der IFAT 2018 vertreten

Besuch von Amtschef Dr. Barth am REZ-Stand, v.l.: Dr. Simone Richler (REZ), Dagmar Schmitt (IZU), Dr. Christian Barth, Dr. Robert Schmidt (IHK)

Vom 14. bis 18. Mai 2018 fand die Weltleitmesse für Umwelttechnologien IFAT in München statt. Das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) des Bayerischen Landesamts für Umwelt war gemeinsam mit seinem Kooperationspartner – den bayerischen IHKs – am Gemeinschaftsstand von Bayern Innovativ zum ersten Mal präsent. In zahlreichen Gesprächen mit Interessenten verschiedenster Fachbereiche konnten die Vorteile eines bewussten Umgangs mit Ressourcen diskutiert werden. So wurde deutlich, dass Versorgungsengpässen und Preisschwankungen von Rohstoffen begegnet werden kann und sich gleichzeitig Wettbewerbsvorteile oder Produkt-/Prozessinnovationen erreichen lassen. Je nach Ausgangslage des Betriebes gibt es eine Reihe von Strategien und Maßnahmen, um Ressourceneffizienz bei den eigenen Produkten und in Fertigungsprozessen zu erhöhen, welche wiederum Vorteile für das gesamte Unternehmen mit sich bringen. Genannt werden können z.B.: effiziente Technologien, Reparatur, regelmäßige Wartung, ökologische Produktentwicklung, etc. Um sich mit dem Thema vertraut zu machen, bietet das REZ Fachveranstaltungen oder Informationen zu Praxisbeispielen an.

Auf großes Interesse stießen die REZ-Werbemittel als gute Beispiele für den Wiedereinsatz von Sekundärrohstoffen: ein Bleistift sowie eine Tasche mit dem Slogan "Beste Reste". Der Bleistift ist zu 30% aus alten Jeanshosen und 70% aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Die Tasche besteht aus beinahe 100% recyceltem PET, das aus gebrauchten Getränkeflaschen zurückgewonnen wurde.

Neben der Standpräsenz organisierte das REZ zudem die 2. Europäische Ressourcenkonferenz (EUREK).

Webinar: „Mehr Ressourceneffizienz durch Digitalisierung!“

Am 17. April 2018 informierte das Webinar darüber, wie die Digitalisierung dazu beitragen kann, Produkte und Betriebsprozesse für einen effizienteren Einsatz von Materialien im Unternehmen zu nutzen. Zusammen mit der IHK für München und Oberbayern und dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag e.V. wurde das Webinar ausgerichtet und live übertragen. Die Zuschauer hatten die Möglichkeit ihre Fragen direkt an die Referenten zu richten.

Christoph Berger, Geschäftsführer des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Augsburg, verdeutlichte an zwei Unternehmensbespielen wie nützlich digitale Lösungen für die Verbesserung von Produktionsabläufen sind. Beispielsweise können die Hersteller von Filterplatten und Aluminiumstrangpressprofilen durch digitale Lösungen Abfälle vermeiden und den Einsatz von Neuware reduzieren. Der Einbezug der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielt seiner Erfahrung nach hierbei eine wichtige Rolle.

Konkrete Anwendungsmöglichkeiten für eine selbstlernende Software stellte Frank Thurner, Geschäftsführer der Contech Software & Engineering GmbH, vor. Diese Software verbessert die Produkt- und Prozessqualität durch die Analyse von Sensordaten oder Sensorkurven. Die Beschäftigten werden durch die Software simultan auf Fehler aufmerksam gemacht, worauf diese unverzüglich reagieren können. Die Digitalisierung trägt folglich zur Reduzierung von Nacharbeit und Materialverbrauch bei und spart somit Ressourcen und Kosten im Unternehmen ein.

Das Webinar veranschaulicht unterschiedliche Methoden, mit denen Unternehmen ihre Prozesse und Produkte verbessern können, um weniger Material einzusetzen und durch eine Steigerung der Qualität Ausschuss und Abfälle zu reduzieren.

Ist Digitalisierung eine Chance für Ressourceneffizienz?

Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks Gruppenbild der Referenten des Unternehmerfrühstücks | Quelle: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Materialströme digital erfassen und optimieren, mit neuen Methoden Ausschuss minimieren und dadurch Abfallmengen reduzieren. Diese Themen standen am 12.12.2017 im Fokus des Unternehmerfrühstücks am Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg.

Denn eine Möglichkeit, sich dem Umgang mit Rohstoffen und Materialien in Unternehmen zu nähern und die spezifischen Einsparpotenziale aufzudecken, bietet die Digitalisierung. Die Einführung der Digitalisierung kann sich auf einzelne Produktionsbereiche fokussieren oder auch in größerem Rahmen eingeführt werden. Werden Materialströme gezielt betrachtet, können Materialverbräuche und -verluste analysiert werden. Das bietet die Basis zur Verringerung des Materialverbrauchs im Unternehmen, was mit erheblichen Kosteneinsparungen verbunden ist und gleichzeitig die Umwelt schont.

Die Referenten vom Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum aus Augsburg, von der Hochschule Kempten sowie der Schraml GmbH aus Feldkirchen-Westerham veranschaulichten, wie Digitalisierung in die Praxis umgesetzt werden kann. Es gehe darum Daten zu sammeln, zu strukturieren, zu analysieren und gezielt und durchdacht in Prozessen umzusetzen.

Im Anschluss an den fachlichen Teil der Veranstaltung setzten sich die Referenten bei einer Podiumsdiskussion mit dem Thema "Digitale Lösungen in produzierenden Unternehmen als Ansatz für mehr Materialeffizienz" auseinander. Potenziale für Einsparungen ergeben sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wichtig für interessierte Unternehmen ist es, in kleinen Schritten voran zu gehen und von Beginn an die Mitarbeiter mit einzubeziehen. Die Veranstaltung wurde vom Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zusammen mit dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK) und dem Umweltcluster Bayern (UCB) ausgerichtet.

Wer zusätzlich noch Zeit fand, konnte die Wanderausstellung "Ressourceneffizienz – Weniger ist mehr!" im Foyer besuchen und das Thema Ressourceneffizienz nochmals vertiefen.

Strategien für Unternehmen zu einer optimierten Materialwirtschaft

Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich ein effizienter Umgang mit Rohstoffen und Materialien im Unternehmen fördern. Dazu zählt das Lieferantenmanagement genauso wie der Einsatz von recycelten Rohstoffen. Am 14.11.2017 traf sich ein Fachpublikum mit rund 20 Vertretern aus Unternehmen und Wissenschaft im niederbayerischen Leiblfing.

Die Betriebsbesichtigung bei der Firma Max Frank GmbH & Co. KG, verdeutlichte, wie vielfältig das Thema Materialeffizienz ist. Aus Beton, Metall, Styropor und Karton werden dort in verschiedenen Prozessen Produkte für die Bauindustrie für den weltweiten Einsatz hergestellt. Der Umweltschutz steht dabei im Mittelpunkt. Das Unternehmen bezieht dabei erfolgreich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ein. Deshalb spielt auch die Ressourceneffizienz eine wichtige Rolle.

Methoden wurden aufgezeigt, mit denen das innerbetriebliche Materialmanagement analysiert und mit verschiedenen Strategien optimiert werden kann. Der Umgang mit Lieferanten spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Eine Möglichkeit die Ressourceneffizienz zu steigern ist der stärkere Einsatz von Sekundärrohstoffen. Im Bereich der mineralischen Rohstoffe konnte ein Einblick in die Entwicklung neuer Produkte und hochwertiger Recyclingprozesse gegeben werden. Am konkreten Beispiel von Keramikausschuss im Prozess wurden Herausforderungen und Lösungsansätze dargestellt, dieses Material als Ressource für neue Produkte zu nutzen.

Die Veranstaltung wurde vom Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zusammen mit der IHK Niederbayern und dem Umweltcluster Bayern e.V. ausgerichtet.

Ein Berater-Pitch in Unterfranken

Personen folgen einem Vortrag Unternehmerfrühstück Schweinfurt

Zum gemeinsamen Frühstück unter dem Motto "Unternehmerfrühstück mit Experten vor Ort: Strategien für mehr Materialeffizienz in produzierenden Unternehmen" fanden sich zahlreiche Interessierte am 06.10.2017 in den Räumen der IHK Würzburg-Schweinfurt in Schweinfurt ein. Das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) am Bayerischen Landesamt für Umwelt hatte zusammen mit der IHK Würzburg-Schweinfurt zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Der Titel macht klar, dass Expertinnen und Experten anwesend waren. Diese kamen aus ausgewählten regionalen Beratungsunternehmen und standen für Fragen und Antworten zur Verfügung. Vier Berater stellten sich und ihr Büro mit den Schwerpunktthemen vor und machten mit vier unterschiedlichen Ansätzen verständlich, wie die Materialeffizienz im Unternehmen gestärkt werden kann. Jeder verdeutlichte und erklärte seine individuelle Herangehensweise und Methodik bei der Beratung. Unterfüttert wurden diese Informationen mit interessanten Beispielen, Erfolgen und Referenzen aus der Praxis. Es wurde deutlich, in welchen Bereichen eine Beratung für Unternehmen sinnvoll ist und dass der effiziente und innovative Einsatz von Rohstoffen und Materialien viele Vorteile für Unternehmen bietet. Speziell im Hinblick auf den Rohstoffmarkt, also auf Rohstoffpreise und deren Verfügbarkeit, lohnt es sich über Maßnahmen zur Effizienzsteigerung nachzudenken.

Der Fokus der Veranstaltung lag auf der Vorstellung der Leistungen der Beratungsanbieter. Außerdem wurde zu Beginn intensiv auf das Thema Ressourceneffizienz, dessen Relevanz, Hindernisse und einige Anwendungsbeispiele eingegangen. Zusätzlich gab es ausreichend Gelegenheit für die Referenten und Teilnehmer sich in lockerer Atmosphäre bei einem Frühstücks-Imbiss auszutauschen und zu diskutieren.

Erfolgreiches Unternehmerfrühstück des REZ beim Regionalpartner REZregio Untermain in Alzenau

Unter den interessierten Teilnehmern des Unternehmerfrühstücks 27.04.2017 waren regionale Unternehmer sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft, die zunächst Einblicke in die Forschungstätigkeiten des Fraunhofer Instituts IWKS bekamen. Dr. Buckow referierte darüber, dass sich die Kritikalität vieler Rohstoffe auf ökologischen und sozialen Auswirkungen begründe und großen wirtschaftlichen Einfluss auf das produzierende Gewerbe habe. Neue Technologien, die eine Kreislaufführung der eingesetzten High-Tech Materialien ermöglichen können, wie bspw. die elektrohydraulische Zerkleinerung, wurden von Dr. Bokelmann vorgestellt.

Über Praxisbeispiele aus der Industrie berichtete Herr Brückner, VDE Renewables GmbH, mit einem Vortrag zu "Photovoltaics at VDE". Herr Kargol von der OFRU GmbH & Co. KG ging auf Anlagen zur Aufreinigung und damit Wiedergewinnung von industriellen Lösemitteln ein. Dadurch wird die Unabhängigkeit von externen Recyclingfirmen verstärkt und die Gewissheit ist gegeben, dass die Ware in guter Qualität zur Verfügung steht.

Einen Überblick über die Tätigkeiten des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern (REZ) am Bayerische Landesamt für Umwelt gab Frau Dennerlein. Seit Oktober 2016 fungiert das Fraunhofer IWKS als REZ-Regionalpartner am Untermain, tritt als regionale Ergänzung und Unterstützung vor Ort auf und holte seither die Wanderausstellung "Weniger ist mehr" sowie das Format REZ-Unternehmerfrühstück in den Nordwesten Bayerns.

Der Regionalpartner REZregio Untermain (Fraunhofer-Projektgruppe IWKS) hat diese Veranstaltung organisiert.

Lernfabrik Augsburg - Ressourceneffizienzsteigerung durch energetische Optimierung in der Produktion

GFA-Messmitteldemonstrator GFA-Messmitteldemonstrator

Rund 29% des Endenergiebedarfs in Deutschland wird von der Industrie verbraucht, wobei beispielsweise in der spanenden Verarbeitung 38% auf Kühlschmierstoff-Systeme, 20% auf die Bearbeitung, 15% auf die Hallenlüftung, 12% auf die Absaugung, 8% auf die Beleuchtung und rund 2% auf das Kühlwasser entfallen.

In der Lernfabrik am 10.und 11.05.2017 wurde in einer gelungenen Mischung aus theoretischen Grundlagen und aktiver Mitarbeit zunächst erarbeitet, wie der Energiebedarf in der Produktion mittels relevanter Kennzahlen und deren messtechnischer Erfassung quantifiziert werden kann. An einem Beispielprozess wurde ersichtlich, wann ein Prozess ineffizient läuft und der hierfür verantwortliche Teilprozess (z.B. ineffiziente Auslastung von Maschinen oder Leckagen im Druckluftsystem) identifiziert. Die optimale Energieausnutzung bei der Kälte- und Wärmeerzeugung wurde mithilfe der Pinch-Analyse veranschaulicht.
Die Teilnehmer optimierten die Energie in der Produktion an einem Fallbeispiel, indem sie Aufträge so einplanten, dass Standby-Zeiten von Maschinen sowie Lastspitzen möglichst minimiert wurden.
Zum Abschluss wurden Kriterien zur Bewertung von Optimierungsmaßnahmen diskutiert. Hierbei sind u.a. die Komplexität der Umsetzung und Amortisationszeiten zu nennen. Die Unternehmen müssen dann bewerten, ob eine Maßnahme zu den sogenannten Low-hanging fruits gehört, eine umfangreiche Planung erfordert oder als strategischer Invest einzuschätzen ist. Eine ökologische Bewertungsgröße ist das CO2-Äquivalent.

Das Seminar wurde in Kooperation der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (VDI ZRE), der Fraunhofer Projektgruppe IGCV Augsburg und dem Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) des Bayerischen Landesamts für Umwelt angeboten.

Materialeffizienz in die betriebliche Praxis der Industrie umsetzen – Unternehmerfrühstück in Nürnberg

Zum Unternehmerfrühstück "Materialeffizienz in der Industrie" am 16.05.2017 hatten das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) am Bayerischen Landesamt für Umwelt und die IHK Nürnberg für Mittelfranken eingeladen.

Gemeinsam mit Unternehmen und Experten wurde die Verbesserung der Materialeffizienz intensiv diskutiert. Bis zu 35% des Gesamtmaterialeinsatzes lassen sich dadurch einsparen, dies kann im Einzelfall eine Summe von bis zu 3Mio. Euro pro Jahr betragen. Dies verdeutlichte die Fraunhofer IPA-Projektgruppe Regenerative Produktion an der Uni Bayreuth. Ein viel versprechender Ansatzpunkt ist beispielsweise die Reduktion von Verschnitt und Ausschuss oder neue Funktionsprinzipien.

Einen Einblick in die Praxis gab die WIEGEL Verwaltung GmbH & Co. KG aus Nürnberg. Der Feuerverzinker beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit dem Thema Umwelt und ist damit Vorreiter seiner Branche. "Um den Ressourcenverbrauch zu senken, müssen Prozesse genau analysiert werden", so der Tenor. Dadurch habe es das Unternehmen geschafft, den Ausnutzungsgrad bei der für das Feuerverzinken benötigten Salzsäure fast zu verdoppeln. Zudem konnte der Verbrauch von Zink binnen zwei Jahrzehnten halbiert werden.
Unter der Devise "immer leichter, immer dünner" arbeitet die Leoni Kabel GmbH aus Roth. Der Kabelhersteller für die Automobilindustrie setzt auf Alternativen zu Kupfer. Innovative Werkstoffe wie Aluminium, Kupfer-Magnesium oder kupferkaschierter Stahl werden in den Leitungen verwendet, um Gewicht einzusparen. Einen ausführlichen Bericht finden Sie im IHK Magazin 08/2017

Interessantes Seminar in Coburg zur Materialflusskostenrechnung für die Praxis

Teilnehmer des Seminars Materialflusskostenrechnung bei der IHK zu Coburg in Zusammenarbeit mit dem VDI ZRE und dem REZ Teilnehmer des Seminars „Materialflusskostenrechnung“ bei der IHK zu Coburg in Zusammenarbeit mit dem VDI ZRE und dem REZ

Zur qualifizierten Anwendung der Methodik in der Unternehmenspraxis befähigt der Kurs „Materialflusskostenrechnung (MFKR) nach DIN ISO 14051“. Am 18.07.2017 fanden sich Interessierte zu dieser fachlichen Weiterbildung in Coburg ein. Die Einführung in die Grundlagen der MFKR verdeutlichte, dass diese eine Teamarbeit von Ingenieuren und Controllern im Unternehmen sein muss. Die Datenerhebung für die Berechnungen erfordert vorerst einen hohen Aufwand, der sich aber lohnt, wie die Beispiele zeigen. Die Daten können genutzt werden, um Materialverbrauch und verluste zu reduzieren oder um die Materialverwendung effizient zu verbessern und somit Kosten zu reduzieren.

Ausgewählte Unternehmensbeispiele verinnerlichten den theoretischen Teil des Seminars in Form von Übungen, in denen die Methodik der MFKR demonstriert wurde. Zu Anfangs ist eine Visualisierung des Materialflusses mit unterschiedlichen Akteuren im Betrieb wichtig, wobei der Input und Output (Produkt und Materialverlust) betrachtet wird. Darauf aufbauend können die Kostenflüsse erörtert werden. Schon bei näherer Betrachtung ergeben sich Ansätze, wo Optimierungen sinnvoll sein können. Diese Betrachtungen müssen im Anschluss konkreter analysiert, rechnerisch sinnvoll aufbereitet und unter Einbezug der Mitarbeiter im Betrieb umgesetzt werden. Zum Abschluss gab es eine Reihe von Tipps zur Umsetzung im Unternehmensalltag.

Das Seminar wurde in Kooperation der VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH (VDI ZRE), der IHK zu Coburg und dem Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) des Bayerischen Landesamts für Umwelt angeboten.