Förderfibel Umweltschutz und Energie

Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Förderfibel Umweltschutz und Energie

Mikro-Depot-Richtlinie (Richtlinie zur Förderung von investiven Maßnahmen zur klimafreundlichen gewerblichen Nahmobilität)
Im Rahmen der NKI

Letzte Aktualisierung: 02.03.2021

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind private Unternehmen und Unternehmen mit kommunaler Beteiligung unabhängig von ihrer Rechtsform,

  • die den Betrieb eines Mikro-Depots zum Zwecke der eigenen Auslieferung von Waren beabsichtigen oder 
  • die selbst keine Waren aus dem Mikro-Depot ausliefern, aber Dritten geeignete Flächen oder Räumlichkeiten für die Nutzung als Mikro-Depot als Betreiber kostenlos oder entgeltlich zur Verfügung stellen.

Antragsteller müssen als Eigentümer, Mieter / Pächter oder im Wege eines Gestattungsvertrags über die zur Errichtung erforderlichen Flächen der Mikro-Depots rechtlich und tatsächlich verfügen können und dies nachweisen.

Die Kooperation von mehreren Antragstellern in Verbünden ist ausdrücklich erwünscht. Der Fördermittelgeber geht von einer kooperativen Nutzung der Mikro-Depots aus. 

Nicht antragsberechtigt sind natürliche Personen. 

Verwendungszweck

Gefördert werden infrastrukturelle Investitionen, die eine modellhafte Nutzbarmachung von Flächen und Räumen zum Ziel haben, um dort den Betrieb von Mikro-Depots zur Abwicklung von KEP-Verkehren „auf der letzten Meile“, auch branchen- und anbieterübergreifend, zu ermöglichen. Unter der „letzten Meile“ wird der Transport der Sendungen vom letzten Umschlagsvorgang zum Bestimmungsort (Endkunde) verstanden.

Ein Mikro-Depot ist im Sinne dieser Richtlinie ein Raum, in dem logistische Umschlagprozesse zur Abwicklung der letzten Meile mit Hilfe von emissionsfreien Fahrzeugen vorgenommen werden. Dies bedeutet konkret, dass nach dem Umschlag im Mikro-Depot ausschließlich lokal emissionsfreie Fahrzeuge (wie Lastenkarren, Lastenräder, elektrische Fahrzeuge o.ä.) zur Abwicklung der Lieferungen genutzt werden dürfen.

Die Belieferung der Mikro-Depots vom Zentrallager aus ("Feeder-Verkehre") darf hingegen auch mit konventionellen Fahrzeugen erfolgen. Eine emissionsfreie Belieferung im Feeder-Verkehr wird jedoch begrüßt.

Zuwendungsfähig sind Ausgaben in folgenden Kategorien:

  • Anschaffung mobiler Infrastruktur (Container, Wechselbrücken)
  • bauliche Sanierung / Herrichtung von gebauter Infrastruktur (z.B. Ziehen von Wänden)
  • Schaffung von Infrastruktur für Anliefervorgänge (z.B. Tore und Rampen)
  • Schaffung von Infrastruktur für die Lagerung (z.B. Regale)
  • Bodenarbeiten auf Freiflächen (Befestigung, Pflasterung)
  • Sicherheitsmaßnahmen (Errichtung von Zäunen, Schlösser und Sicherheitstechnik)
  • Ver- und Entsorgung (z.B. Infrastruktur für Heizung, Strom, Wasser, Internet, Ladeinfrastruktur) - Maßnahmen zur Wahrung von Arbeitsschutz und Bauordnungsrecht (sanitäre Anlagen, Sozialräume, Wetterschutz, Brandschutz)
  • Verkehrsinfrastruktur (Rangierflächen, Ertüchtigung von Radinfrastruktur) Mit einem Antrag kann die Einrichtung von mehreren Mikro-Depots beantragt werden.

Mit einem Antrag kann die Einrichtung von mehreren Mikro-Depots beantragt werden.

Antragstellung

Das Antragsverfahren für die Förderung ist zweistufig.

In der ersten Stufe sind Projektskizzen einzureichen. Für die Erstellung der Projektskizze ist die verbindliche Gliederung aus der Richtlinie zu verwenden sowie das ausgefüllte Berechnungsformular zur Ermittlung der Treibhausgasminderung mit einzureichen. 

Die Einreicher der Skizzen, die für eine Förderung in Betracht kommen, werden in der zweiten Stufe zur Stellung eines förmlichen Förderantrags aufgefordert. Über die Bewilligung einer Förderung entscheidet das BMU auf Basis des förmlichen Förderantrags.

Für das Auswahlverfahren werden Projektskizzen berücksichtigt, die in den Jahren 2021 bis 2023 jeweils im Zeitraum vom 1. März bis zum 31. Mai eingereicht werden. Weitere Auswahlverfahren können durch gesonderte Bekanntmachungen veröffentlicht werden.

Zur Fristwahrung genügt die elektronische Übersendung der Skizze. Eine rechtsverbindlich unterschriebene Papierversion der Skizze einschließlich aller Anlagen ist jeweils spätestens bis zum 15. Juni des Jahres (Posteingang) nachzureichen.

Zur Erstellung der Projektskizzen und förmlichen Förderanträge ist das elektronische Formularsystem des Bundes „easy-Online“ zu benutzen. Den Link finden Sie unten.

Art und Höhe der Förderung

Bei der Förderung nach Maßgabe dieser Richtlinie handelt es sich um eine Projektförderung. Die Förderung wird grundsätzlich als nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege einer Anteilsfinanzierung gewährt.

Nicht zuwendungsfähig sind Ausgaben für Prototypen, gebrauchte Anlagen, Eigenbauanlagen, die Instandsetzung/-haltung bestehender Anlagen und laufende Ausgaben.

Bemessungsgrundlage für Zuwendungen sind grundsätzlich die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben. Die Höhe der Zuwendung ist grundsätzlich auf einen Wert von bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben begrenzt.

Die Höhe der zuwendungsfähigen Ausgaben muss so bemessen sein, dass sich eine Mindestzuwendung in Höhe von 20.000 Euro ergibt. Bei Verbundvorhaben gilt diese Mindestsumme für das Verbundprojekt insgesamt.

Die Fördersumme für den Erwerb und Einbau von Schließanlagen (inkl. Erwerb und Installation von Kameras und Alarmanlagen) ist auf 3.000 Euro pro Depot begrenzt. 

Ein Projektstart ist frühestens zwölf Monate nach Eingang der Projektskizze beim zuständigen Projektträger einzuplanen. Der Bewilligungszeitraum beträgt in der Regel maximal 24 Monate. Es ist bei der Darstellung der Projektplanung darauf zu achten, dass diese Dauer nicht überschritten wird.

Befristung

Diese Richtlinie tritt mit Wirkung vom 1. März 2021 in Kraft. Ihre Gültigkeit ist bis zum 30. Juni 2024 begrenzt. Änderungen bleiben vorbehalten

Weitere Informationen im Internet

Kontaktadressen

Projektträger Jülich (PTJ), Forschungszentrum Jülich GmbH

Postfach 19 13
52425 Jülich

Telefon +49 (0) 2461-61-4621
Fax +49 (0) 2461-61-6999
E-Mail k.A.