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PraxisbeispielRohstoffgewinnung mit Mehrwert - Renaturierung von Steinbrüchen als Ökokonto-Maßnahme

Maßnahmentyp

Naturschutz BiodiversitätUmweltbewusstseinSonstiges

Anlass zur Durchführung der Maßnahme

Die im Zuge des Neubaus einer Produktionsanlage nötig werdenden Kompensationsmaßnahmen konnten durch die Renaturierung eines Gipssteinbruchs erbracht werden.

Maßnahmenbeschreibung

Statt den Steinbruch vollständig zu rekultivieren und die ursprüngliche landwirtschaftliche Nutzung wiederherzurichten, wurde ein Biotopkomplex aus Fels- und Böschungskanten, Steinriegeln, Magerwiesen, wärmeliebenden Heckensäumen und Feuchtbiotopen geschaffen. Auf zusätzliche Ausgleichsflächen für das Produktionsgebäude konnte so verzichtet werden und die Inanspruchnahme von landwirtschaftlicher Fläche wurde auf ein Minimum reduziert.

  • Enge und frühzeitige Einbindung der Naturschutzbehörden
  • Enge und frühzeitige Einbindung des Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
  • Erstellung eines angepassten landschaftspflegerischen Begleitplans für die Renaturierung des Steinbruchs
  • Geländemodellierung mit Erhalt von Rohbodenstandorten (kein Humusauftrag)
  • Erhalt von Böschungskanten und Felsstrukturen
  • Bodenverdichtung in Senken zur Etablierung von Feuchtbiotopen
  • Mitgliedschaft im Landschafts- pflegeverband: Pflege der Fläche durch Beweidung mit Schafen und Ziegen
  • Aufschüttung von Blockhalden aus Abraummaterial
  • Mahdgutübertragung aus benachbarten Naturschutzgebieten
  • Einspeisung der Fläche und Maßnahmen in das Ökoflächenkataster des LfU und Abbuchung für den Neubau des Produktionsgebäudes
  • Mitgliedschaft im Frankenbündnis des Landesbund für Vogelschutz: Unterstützung von Umweltbildungsangeboten

Ergebnisse und Nutzen für das Unternehmen

  • Kosteinsparungen im Zuge des Neubaus des Produktionsgebäudes, da zusätzlicher Grundstückserwerb und Ausgleichsmaßnahmen vermieden werden konnten
  • Kostenreduzierung bei der Rekultivierung, da Massendefizit nicht ausgeglichen werden musste
  • Akzeptanz- und Vertrauenssteigerung bei Naturschutzbehörden und NGO ́s
  • Jährlich stattfindende Exkursionen von Fachbehörden, Verbänden und Universitäten zeichnen die Fläche und damit das Unternehmen aus
  • Landschaftliches Highlight in der sonst ausgeräumten Ackerflur
  • Rohstoffgewinnung als Chance für die Natur begreifen
  • Nebeneffekte: Als Trittsteinbiotop vernetzt der Steinbruch das FFH-Gebiet "Südlicher Steigerwald" mit mehreren Life -Projektflächen und dient als Anlaufpunkt für mehrere Wanderrouten
Und das empfiehlt die Knauf Gips KG anderen:
  • Ausloten von Kooperationsmöglichkeiten: Wenn möglich, Aufbau einer Vertrauensbasis mit Behörden und Naturschutzverbänden durch frühzeitige Einbindung in die Planungen
  • Einbindung der Kommunen um mögliche Synergien im touristischen-/Naherholungs-Bereich abzuschöpfen
  • Weniger ist oft mehr: Die Arbeit der Natur überlassen und Rohbodenstandorte der freien Sukzession übergeben, für Anpflanzungen muss oft auf gebietsfremdes Material zurückgegriffen werden, mit nur mäßigem Erfolg und hohen Kosten
  • Wenn Einsaat erforderlich, dann Mahdgutübertragung aus hochwertigen Nachbarflächen
  • Frühzeitig klären, wie die dauerhafte Pflege sichergestellt werden kann
  • In der Planung wenn möglich immer die Zielbiotope mit geringsten oder keinen Pflegeansprüchen bevorzugen
  • Örtliche Landwirte für die Pflege beauftragen, wobei sich erfahrungsgemäß insbesondere Biolandwirtschaften aufgeschlossen zeigen
"Wo sich vorher Maisacker an Maisacker reihte, konnten wir mit einfachen Mitteln ein kleines Biotop hinterlassen und damit auch noch Kosten senken - das Ökokonto machts möglich." - Pascal Bunk, Diplom-Geologe der Knauf Gips KG

In Anspruch genommene Fördermittel

nein

Im Umwelt- und Klimapakt Bayern erbrachte Leistungen

Naturschutz/Biodiversitätsförderung

Knauf Gips AG

Am Bahnhof 7

97346 Iphofen

Branche

Industrie

Beschäftigte

35000

Kontakt

Pascal Bunk

Telefon

09323 31 1549

Email

bunk.pascal@knauf.de

Internet

www.knauf.de

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