Das REZ auf der IFAT 2026
Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Bayerischen Umweltministerium und dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag, vertreten durch Minister Glauber und Manfred Gößl vom BIHK | Messe München
Wir als REZ waren 2026 wieder am Bayerischen Gemeinschaftsstand bei der IFAT in München vertreten. Im Vordergrund standen viele interessante Gespräche und ein spannender Austausch mit den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Neue interessante Kontakte gaben uns gute Einblicke in die Herausforderungen für Unternehmen beim ressourcenschonenden Wirtschaften. Zudem durften wir an unserem Stand auch den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, den Amtschef und den Ministerialdirektor des Umweltministeriums, Dr. Christian Barth und Dr. Rüdiger Detsch, sowie einige Delegationen begrüßen. Ein besonderer Moment war hierbei die erneute Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag und dem Bayerischen Umweltministerium, zur erfolgreichen Weiterführung des REZ.
Neben dem Standbetrieb haben wir zwei Veranstaltungen organisiert. In der Veranstaltung zum Thema Automobilrecycling wurden aktuelle Entwicklungen im Fahrzeugrecycling, regulatorische Rahmenbedingungen und Potenziale für hochwertige Sekundärrohstoffe beleuchtet. In der zweiten Veranstaltung zum Thema Textilrecycling wurden innovative Recyclingtechnologien, neue Best-Practice-Geschäftsmodelle sowie kommunale Strategien zur Sammlung und Verwertung von Alttextilien vorgestellt.
Abschlussveranstaltung ForCYCLE Technikum: Ergebnisse des Projektverbunds
Projektbeteiligte von ForCYCLE Technikum zusammen mit dem Bayerischen Umweltminister, Thorsten Glauber | Ralf RödelDer Projektverbund ForCYCLE Technikum stärkt Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft. „Die Ergebnisse des Projektverbunds fördern durch Forschung und Entwicklung sowie Transfer in die Praxis eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft. Damit schützen wir unsere natürlichen Ressourcen“, sagte Frau Dr. Monika Kratzer, Präsidentin des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU). Fünf Fachprojekte und eine Begleitstudie dienen dazu, ressourcenschonende und klimafreundliche Kreislauftechnologien und Produktionsverfahren zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden Ende Oktober bei der Abschlussveranstaltung vorgestellt.
Der Projektverbund ForCYCLE Technikum wurde vom Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) koordiniert. Insgesamt umfasste der Projektverbund fünf Hochschulen, fünf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie elf Wirtschaftspartner. Diese bearbeiteten fünf Fachprojekte, die sich mit den Schwerpunkt-Themen Recyclingbaustoffe und Integrierte Produktpolitik (IPP) beschäftigten.
Der Projektverbund wurde vom Bayerischen Umweltministerium gefördert und trägt maßgeblich dazu bei, nachhaltige Lösungen für eine ressourceneffiziente Wirtschaft in Bayern voranzutreiben. Eine Vorstellung der einzelnen Projekte finden Sie unter: www.rez.bayern.de/forcycle.
Drei Unternehmen sind Preisträger des Ressourceneffizienzpreises 2025
Der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, mit den Gewinnerunternehmen des Bayerischen Ressourceneffizienzpreises 2025 | Ralf RödelAm 30.10.2025 wurden die Preisträger des Bayerischen Ressourceneffizienzpreises 2025 vom Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, im Marmorsaal in Nürnberg ausgezeichnet: Die CORDIAL GmbH Sound & Audio Equipment aus Dachau, die meplan GmbH aus München und die Schlagmann Poroton GmbH & Co.KG aus Zeilarn.
Der Bayerische Ressourceneffizienzpreis wurde 2025 bereits zum dritten Mal ausgelobt, um bayerische Unternehmen zu würdigen, die sich besonders für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen in Bayern einsetzen und damit eine Vorreiterrolle einnehmen.
Die ausführliche Beschreibung der unternehmerischen Maßnahmen mit Film sowie die zugehörige Pressmitteilung finden Sie hier: zu den Preisträgern++
Nachhaltige Zukunft: Kreislaufwirtschafts und Ressourcenschonung im Mittelpunkt
Erfolgreiche Bayerische Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienztage 2025
Gruppenfoto im Ausstellerbereich, v.l.: Dr. Robert Schmidt (IHK Nürnberg), Dr. Roland Fischer (LfU), Markus Lötzsch (HGF, IHK Nürnberg), Dr. Christian Barth (Amtschef, StMUV), Dr. Philipp Sprau (StMUV), Dr. Simone Richler (REZ/LfU)Klimawandel, Engpässe in den Lieferketten, Verknappung von Rohstoffen – das sind mitunter die größten Herausforderungen unserer Zeit. Ressourceneffizientes Wirtschaften leistet einen wichtigen Beitrag dazu, diese zu meistern. An den Bayerischen Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienztagen am 19. und 20. Mai 2025 wurden hierfür gemeinsame Wege und Lösungen vorgestellt, erarbeitet und diskutiert. Der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, Dr. Christian Barth, sowie der Hauptgeschäftsführer der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Markus Lötzsch, eröffneten die Veranstaltung in den Räumlichkeiten der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Mehr als 250 Teilnehmende vor Ort und digital tauschten sich zu Themen wie Digitalisierung, Recyclingbaustoffe, Kunststoffe, Ökobilanzierung, Strategien für nachhaltige Zukunft im Kontext der Ressourceneffizienz aus.
Der erste Tag startete mit einem Impulsvortrag aus der Automobilindustrie. BMW gab dabei einen Einblick in deren Strategie einer "Driving Sustainability". Darauffolgend diskutierten Experten aus der Praxis und der Politik zu Strategien für einen nachhaltigen Ressourcenschutz. Drei parallele Sessions vertieften die Thematik. In der Session der IHK Nürnberg für Mittelfranken ging es um Zirkuläres Wirtschaften: Wege den Rohstoffverbrauch zu senken und Stoffkreisläufe zu schließen. Unternehmen zeigten hier ihre Best-Practice Beispiele auf. Einen interaktiven Workshop mit dem Thema "THG-Bilanz und Umwelt-Fußabdruck: Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor" leitete das bifa Umweltinstitut in der zweiten Session. In einer weiteren Session des SKZ – Das Kunststoffzentrum ließ dieses zudem Unternehmen sprechen, die sich die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen zum Ziel genommen haben – eine vielschichtige und spannende Aufgabe. Ein Gespräch zwischen den Unternehmen KraussMaffei Technologies und materAlze sowie dem KI Produktionsnetzwerk darüber, wie KI zu einer nachhaltigeren Kunststoffproduktion beitragen kann, rundeten den Tag ab.
Dr.-Ing. Robert Schmidt, Geschäftsbereichsleiter bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Dr. Monika Kratzer, Präsidentin des Bayerischen Landesamts für Umwelt und Dr. Simone Richler, Leiterin des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern (REZ) begrüßten die Gäste des zweiten Tages.
Ein Gespräch zwischen Hersteller und Verwerter (Nowofol Kunststoffprodukte GmbH und Böhme GmbH Wertstofferfassung) zum Thema "Nachhaltige Kunststoffverpackungen?" regte zum Nachdenken an, während die anschließenden parallelen Sessions verschiedene Themen wie nachhaltig bauen, circular foresight oder design for circularity aufgriffen. In der Session des REZ zum nachhaltigen Bauen konnten vier Beispiele aus der Praxis die Teilnehmenden überzeugen. Der Umweltcluster Bayern setzte bei seiner Session "Design for Circularity – Innovationen für mehr Nachhaltigkeit" auf Einblicke aus Unternehmen und einen anschließenden interaktiven Workshop, in der Fragestellungen bearbeitet werden konnten. Die dritte und interaktive Session der TH Rosenheim befasste sich mit der spannenden Frage "Circular Foresight – Was bringt die Zukunft?".
Auf reges Interesse stießen an diesem Tag auch die Fachvorträge im Hauptsaal, die von der Forschung bis zur Praxis reichten. So ging das Fraunhofer IZM auf die Perspektiven des Digitalen Produktpass ein. Die Bedeutung von Quoten im Rahmen der Kreislaufwirtschaft wurde von der Hochschule Bochum/Akademie der Kreislaufwirtschaft anschaulich rübergebracht. Die Gerlinger GmbH schloss diesen Themenblock mit einem Einblick in den Erfolgsfaktor "Rohstoffmanagement". Abschließend ließ der Expertendialog "Die Energiewende im Kreis gedacht: Experten diskutieren Zirkularität" mit spannenden Fragestellungen und Diskussionen den Tag ausklingen. Mit dabei waren das Institut für Angewandte Ressourcenstrategien (SHR Berlin)/ABCircular GmbH, die Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V., das Fraunhofer IPA sowie die Siemens Energy Global GmbH.
Neben den Fachvorträgen und interaktiven Workshops konnten sich zahlreiche Unternehmen und Institutionen mit Ihren Produkten und Dienstleistungen im Ausstellerbereich der Veranstaltung vorstellen. Die zweitägige Veranstaltung bot außerdem eine besondere Plattform zum Netzwerken sowie einen allgemeinen Austausch und Wissenstransfer rund um die Kreislaufwirtschaft sowie Material- und Rohstoffeffizienz.
Die Veranstaltung des Ressourceneffizienz-Zentrums Bayern (REZ) wurde zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag e.V. umgesetzt.
Vier Preisträger des Bayerischen Ideenwettbewerbs für den nachhaltigen Einsatz von Bauteilen und Recyclingmaterialien prämiert
Die beiden Bayerischen Staatsminister Thorsten Glauber (StMUV) und Christian Bernreiter (StMB) zusammen mit den prämierten Unternehmensvertretern
Vier Preisträger des Bayerischen Ideenwettbewerbs für den nachhaltigen Einsatz von Bauteilen und Recyclingmaterialien im Bausektor haben Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber und Bayerns Bauminister Christian Bernreiter prämiert. Glauber betonte bei der Preisverleihung in München: "Der sorgsame Umgang mit kostbaren Rohstoffen ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Wir wollen vorhandenes Rohstoffpotenzial noch besser nutzen und schützen. Der Bausektor hat hier eine Schlüsselrolle. Rund ein Drittel der weltweiten Ressourcen werden beim Bauen verbraucht. Gleichzeitig entstehen beim Bauen enorme Abfallmengen. Diese Entwicklung wollen wir bremsen: durch mehr Kreislaufwirtschaft und bessere Rückführung von Bauteilen und Abfällen in den Bauzyklus. Der Bayerische Ideenwettbewerb ist ein eindrucksvoller Beweis, wie es gehen kann – aus der Praxis für die Praxis. Die prämierten Ideen sind bereits erfolgreich erprobt und Impulsgeber für umweltverträgliches Bauen."
Bernreiter ergänzte: "Die prämierten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie innovativ und zukunftsweisend die bayerische Baubranche ist. Neben dem Erhalt unserer Bauwerke ist die Kreislaufwirtschaft enorm wichtig für das Bauen von morgen. Rohstoffknappheit und Engpässe in den Lieferketten gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Gerade im Bausektor gibt es enorme Chancen für mehr Ressourcen- und Klimaschutz.
Die ausgezeichneten Ideen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv. Sie beweisen, dass nachhaltiges Bauen und Kosteneffizienz Hand in Hand gehen können. Damit stärken wir nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Bausektors in Bayern."
Mit dem Bayerischen Ideenwettbewerb wirbt der Freistaat für den verstärkten Einsatz von Recycling-Baustoffen im Rahmen seiner "Mission RC20/25 – Bayern baut auf Umweltschutz!". Der Ideenwettbewerb geht auf einen Beschluss der Staatsregierung für den verstärkten Einsatz von Recycling-Baustoffen zurück und zielt darauf ab, das Potenzial von Recycling-Baustoffen zu erschließen. Teilnehmen konnten insbesondere Unternehmen aus der Baubranche, Forschungseinrichtungen, Planende und Architekten mit Firmensitz in Bayern. Die Preisträger erhalten jeweils eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro, ein Schild, ein digitales Signet und eine Urkunde. Die Preisträger sind: Eigner Bauunternehmung GmbH, PST Spezialtiefbau Süd GmbH, Dr. Schütz Ingenieure – Beratende Ingenieure im Bauwesen PartG mbB, Bayerische Asphaltmischwerke GmbH & Co. Kommanditgesellschaft für Straßenbaustoffe.
Das REZ war Veranstalter und Mitorganisator der Auslobung.
Unternehmerfrühstück "Wissenschaft meets Wirtschaft" (ForCycle Technikum)
Diskussion über den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft mit Patrick Augustin, IHK Schwaben
Unser Unternehmerfrühstück "Wissenschaft meets Wirtschaft" bot am Freitag, den 16. Juni 2023 den Gästen die Möglichkeit zum ungezwungenen Austausch und Netzwerken. Im Fokus standen die Themen Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz, Patentanmeldungen sowie die Vorstellung des Projektverbundes ForCYCLE Technikum.
Herr Augustin (IHK Schwaben) betonte im Gespräch mit Frau Dr. Richler (Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern) die Vorteile einer Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft.
Herr Muschik, ebenfalls von der IHK Schwaben, gab einen Überblick über Möglichkeiten für Patentanmeldungen sowie deren Beantragung und stand für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung. Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie bei der IHK Schwaben:
Während des Frühstücks konnten sich die Teilnehmenden durch den Austausch mit Projektmitgliedern Einblicke in den Projektverbund ForCYCLE Technikum verschaffen und die Poster besichtigen.
Sie wollen mehr über die Projekte im Verbund erfahren? Unter folgendem Link finden Sie Informationen zu ForCYCLE Technikum und Steckbriefe zu den einzelnen Projekten im Bereich der Recycling-Baustoffe, Gießereistaubrückgewinnung, Digitalisierung von relevanten Unternehmensdaten zur Abfallvermeidung und –verwertung sowie zur Rückgewinnung von High-Tech-Metallen wie zum Beispiel Indium:
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden und an die IHK Schwaben für den gelungenen Vormittag!
Planspiel RE:MFKR bei #DieWirkt


Das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) unterstützt Unternehmen mit einem Planspiel zur Materialflusskostenrechnung (MFKR) bei der Identifikation von Materialverlusten und CO2-Emissionen in der Produktion.
In der 12. Veranstaltung von #DieWirkt am Kunststoffcampus Bayern in Weißenburg lernten die Teilnehmenden die Methode der Materialflusskostenrechnung kennen. Diese wird u. a. zur Identifikation von Materialverlusten in der Produktion eingesetzt.
Im Rahmen des Rollenspiels wurden die Produktionsprozesse eines fiktiven Unternehmens der Textilbranche betrachtet. Zunächst wurden hierzu im Team die Energie- und Materialflüsse innerhalb der Produktion eines schwarzen T-Shirts bzw. weißen Hoodies identifiziert und anschließend physikalisch sowie monetär bewertet. In mehreren diskussionsreichen Spielrunden wurden die energie- und materialflussbezogenen Kosten analysiert. Im Verlauf des Spiels wurde die Verschwendung in den Prozessen für die Teilnehmenden deutlich sichtbar und die wahren Kosten von Materialverlusten traten hervor. Der hohe Anteil CO2-Äquivalente, der dem Materialverlust zugeordnet werden konnte, überraschte die Teilnehmenden. In der abschließenden Diskussion wurden daher geeignete Verbesserungsmaßnahmen entwickelt, um die betriebliche Umweltperformance des fiktiven Unternehmens zu verbessern.
Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern: Ausbau zum CleanTech Hub für Kreislaufwirtschaft der Zukunft
Symbolische Scheckübergabe, v.L.n.R.: Dr. Robert Schmidt (IHK Nürnberg für Mittelfranken), Dr. Philipp Sprau (Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern), Dr. Monika Kratzer (StMUV), Dr. Norbert Ammann (IHK für München und Oberbayern)Das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) startete in die 3. Projektphase mit der feierlichen Auftaktveranstaltung am 12.07.2022. Bis Mai 2025 wird das REZ zu einer zentralen Informations- und Wissenstransferdrehscheibe für die bayerische Wirtschaft weiterentwickelt. Dazu wird die erfolgreiche Kooperation des REZ mit dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag e.V. und seinen Regionalpartnern fortgeführt und intensiviert. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte anlässlich der Auftaktveranstaltung: "Ressourceneffizienz ist eines der großen Zukunftsthemen für den klimaneutralen Wirtschaftsstandort Bayern. In der neuen Projektphase wollen wir das REZ zum CleanTech Hub für Kreislaufwirtschaft der Zukunft ausbauen. Mit dem technologischen Fortschritt machen wir Bayern zukunftssicher. Für die neue Projektphase stellen wir über 2 Millionen Euro bereit."
Der Ausbau und die Verstetigung des REZ sind Bestandteil des 7-Punkte-Plans der bayerischen Staatsregierung für einen effizienten Ressourceneinsatz in der bayerischen Wirtschaft. Der Fokus liegt auf zentralen Zukunftsthemen wie Klimaschutz durch Ressourcenschonung und Digitalisierung. Weitere aktuelle Entwicklungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft, wie beispielsweise die Akzeptanzsteigerung von Recycling-Baustoffen, nachhaltige Verpackungen und Kunststoffe sowie die Strategie der integrierten Produktpolitik, werden auch künftig vom REZ bearbeitet. Die gezielte einzelbetriebliche Unterstützung zur Umsetzung von konkreten Ressourceneffizienz-Maßnahmen in bayerischen Unternehmen wird weiter ausgebaut.
Förderprogramme zur Steigerung der Ressourceneffizienz in Ihrem Unternehmen
Häufig mangelt es Unternehmen nicht an Ideen zur Steigerung der Ressourceneffizienz, sondern an dem nötigen Kapital. Dafür gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten! Vier bayerische Förderprogramme wurden dazu am 22. Februar 2022 in einer digitalen Veranstaltung des REZ von Expertinnen und Experten vorgestellt.
Herr Michael Moser von der LfA Förderbank Bayern präsentierte den Ökokredit. Hier können Unternehmen zinsgünstige Kredite für Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz erhalten. Das Bayerische Umweltmanagement- und Auditprogramm (BUMAP) wurde von Frau Gertraud Azzaz von der Regierung von Schwaben vorgestellt. Mit dieser Fördermaßnahme werden Unternehmen dabei unterstützt ein Umweltmanagement einzuführen oder zu verlängern sowie Ressourceneffizienzmaßnahmen umzusetzen. Dr. Peter Bruchner von der Bayerischen Forschungsstiftung erklärte im Anschluss daran den Teilnehmenden die Förderangebote und Voraussetzungen für Kooperationsprojekte zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich Ressourceneffizienz. Abschließend stellte Herr Bernd Bamberg vom Projektträger Jülich das Bayerische Verbundforschungsprogramm vor, dass auch in verschiedenen Förderangeboten die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft bei der Entwicklung ressourceneffizienter Maßnahmen unterstützt.
Die Teilnehmenden der Online-Veranstaltung konnten im Anschluss an die Kurzvorträge ihre Fragen in Gruppenräumen direkt an die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Förderprogramme stellen und auch Detailfragen klären. Dieser unkomplizierte und direkte Austausch wurde sehr gut aufgenommen.
Mehrweglösungen im Unternehmen und in der Lieferkette nutzen
Mehrwegsysteme sind eine attraktive Verpackungslösung! Diese erfahren eine immer größere Aufmerksamkeit und werden in verstärktem Maße als gleichwertige Lösung zu Einwegverpackungen vorgeschrieben. Neben ökologischen Vorteilen wie Ressourceneinsparungen bieten sie auch die Möglichkeit der Kostenreduktion.
Die Online-Veranstaltung am 7. Dezember 2021, die in Kooperation mit der IHK für München und Oberbayern durchgeführt wurde, zeigte Potentiale von Mehrweglösungen sowie Möglichkeiten zur Umstellung für den betrieblichen Inhouse-Prozess, aber auch für Prozesse innerhalb der Lieferkette auf. Dazu erklärte Dr. Jens Oldenburg von der Stiftung Mehrweg nach der Begrüßung, warum Mehrweg aus steuerlicher Sicht sinnvoll ist. Zusätzlich präsentierte er Vorteile aber auch Grenzen von Mehrwegsystemen und Wege zur Umsetzung.
Im Anschluss daran zeigten zwei Unternehmen, wie und welche Mehrweglösungen sie verwenden. Dr. Michael Kästl und Florian Popeller, Geschäftsführer der PK Watertech UG, berichteten über ihre Erfahrungen von der ersten Idee bis hin zur Umsetzung einer Mehrweglösung für Industriesalze. Dabei stellten sie auch die Einbindung der Mitarbeitenden im Betrieb in den Fokus des Vortrags, die bei der Umsetzung des Vorhabens eine große Rolle gespielt haben. Josef Schweiger, Projektleiter der HAWE Hydraulik SE, stellte abschließend das Projekt "Zero Waste" der HAWE Hydraulik SE vor. Er skizzierte dabei den Weg zur Nutzung von Mehrwegverpackungen und der Einbindung von Einwegprodukten in den Recyclingprozess.
Recycling Baustoffe – Herausforderungen, Chancen, Potenziale
Bau- und Abbruchabfälle machen den größten Abfallstrom in Bayern aus. Werden sie aufbereitet und als Recycling-Baustoffe (RC-Baustoffe) erneut eingesetzt, bleiben wertvolle Materialien im Stoffkreislauf erhalten und Primärrohstoffe werden geschont. Das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) führte eine dreiteilige virtuelle Veranstaltungsreihe zum Thema "Recycling Baustoffe – Herausforderungen, Chancen, Potenziale" durch, mit dem Ziel, die Akzeptanz dieser Baustoffe zu steigern.
Der erste Teil am 04.03.2021 widmete sich dem Thema "Warum Recycling-Baustoffe?". Dr. Simone Richler vom REZ ordnete die Thematik in den Kontext der Kreislaufwirtschaft ein und verwies auf gesetzliche Vorgaben und umweltpolitische Strategien, wie die Bayerische Ressourcenstrategie mit dem 7-Punkte-Plan.
Prof. Dr. Werner Lang von der TU München referierte anschließend über kreislauffähige Gebäude als Grundlage für zukunftsorientiertes Bauen. Dies bedingt unter anderem, dass Verbindungen zwischen Materialien lösbar konstruiert und somit die Materialien nach der Nutzungsphase gut zurückgewonnen werden können. Dem enormen Ressourcenverbrauch des Bausektors stellte er ein zukunftsfähiges Bauen mit positivem ökologischen Fußabdruck entgegen und schilderte Erfahrungen aus Pilotprojekten wie z. B. dem NEXUS-Haus.
Darauffolgend erläuterte Laurent Audergon von arv Baustoffrecycling Schweiz den erfolgreichen Einsatz der RC-Baustoffe anhand zahlreicher Schweizer Best-Practice-Beispiele aus dem Hochbau. Er betonte dabei die Notwendigkeit eines Selektiven Rückbaus und appellierte an die Mitwirkung aller Beteiligten zur Schließung der Baustoffkreisläufe.
Als gelungenen Abschluss der gut besuchten Veranstaltung präsentierte Michael Weiß von der Ettengruber Firmengruppe ein bayerisches Praxisbeispiel aus dem Tiefbau. Die Erfahrungen mit dem qualitätsgeprüften und zertifizierten Material beim Bau der Autobahnraststätte Fürholzen waren sehr positiv.
Im zweiten Teil am 11.03.2021 wurden Hürden besprochen, die bei der Verwendung von RC-Baustoffen gemeistert werden müssen.
Stefan Schmidmeyer vom Baustoff-Recycling Bayern e. V. konnte bestehende Vorurteile und Skepsis entkräften und darlegen, dass das geltende Bau-, Vergabe- und Abfallrecht sowie strenge Qualitätsprüfung und Zertifizierung die Voraussetzungen für einen sicheren Einsatz von RC-Baustoffen bieten. Der Baustoff Recycling Bayern e. V. vergibt seit Kurzem kein eigenes Qualitätssiegel mehr, sondern stützt sich auf das bundesweit einheitliche Qualitätssiegel QUBA.
Im Anschluss daran schilderte Frank Ruckdäschel vom Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr Schwierigkeiten und Lösungsansätze bei Ausschreibungen. Er beschrieb Möglichkeiten, RC-Baustoffe im Vergabeverfahren zuzulassen, zu fördern, zu werten oder zu fordern und erläuterte die rechtlichen Randbedingungen dazu.
Prof. Dr.-Ing. Andrea Kustermann von der Hochschule München schloss den ebenfalls gut besuchten zweiten Veranstaltungsteil mit dem Praxisbeispiel der Bayernkaserne ab. Gebäude bieten bei Selektivem Rückbau großes Potenzial als Rohstofflager. Außerdem präsentierte sie Forschungsergebnisse, die zeigen, dass ein Rezyklat-Anteil von 100 % der Gesteinskörnung in Beton prinzipiell möglich ist.
Die Veranstaltungsreihe endete am 18.03.2021 mit einem Ausblick in die Zukunft.
Thomas Fischer von der QUBA – Qualitätssicherung Sekundärbaustoffe GmbH veranschaulichte den Prüfprozess, der hinter dem neuen bundesweit einheitlichen Qualitätssiegel QUBA steckt. Dieses legt in Bayern die Anforderungen des bayerischen Leitfadens zum Recycling von Baustoffen zugrunde. Die Zertifizierung schafft Sicherheit und Vertrauen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Nutzung der Chancen und Potenziale für Sekundärrohstoffe im Bausektor.
Anschließend präsentierte Dr. Volker Thome vom Fraunhofer IBP das Verbundprojekt "BauCycle", das die Aufbereitung und Verwendungsmöglichkeiten von feinkörnigem Bauschutt untersucht. Bauschutt kann per Hyperspectral Imaging sortiert werden, wodurch aus einer von Störstoffen entfrachteten Bauschuttfraktion RC-Porenbeton hergestellt werden konnte.
Iryna Takser von der TU München stellte das Projekt einer Machbarkeitsstudie zur Rohstoffkartierung in Bayern vor. Damit soll der Grundstein für die Bestimmung zukünftiger Materialströme gelegt werden. Daraus kann abgeleitet werden, wann und wo welche wertvollen Rohstoffe des anthropogenen Lagers freigesetzt werden, die im Kreislauf gehalten werden sollen.
Zum Abschluss der gut besuchten Veranstaltung griff apl. Prof. Dr.-Ing. habil. Angelika Mettke von der BTU Cottbus-Senftenberg die Herausforderungen für RC-Baustoffe aus Imageproblemen, Qualitätszweifeln, fehlendem Wissen und fehlender Nachfrage auf. Sie stellte vor, wie beim Bau der Umweltstation Würzburg RC-Beton eingesetzt wurde, verwies auf die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand und forderte dazu auf, mit Pilotprojekten Transparenz und Akzeptanz zu schaffen. So können in Zukunft Stoffkreisläufe im Bausektor geschlossen werden.












