Umweltpakt Bayern

 

Lösemittel: Primärmaßnahmen zur Reduktion von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) wie Lösemittel, Farben, Waschmittel

Letzte Aktualisierung: 16.10.2003, Quelle: Leitfaden "Die umweltbewusste Druckerei"

Technische Maßnahmen der Luftreinhaltung sind in der Regel aufwendig und kostenintensiv. D.h. die wirkungsvollste Maßnahme zur Luftreinerhaltung ist demnach die Verwendung von Einsatzstoffen, die eine möglichst geringe Mengen an luftverunreinigenden Stoffen freigesetzen, z.B. die Verwendung von Farben sowie Wasch- und Reinigungsmitteln mit möglichst geringem Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen.

Achten Sie nicht nur auf direkte Emissionen während des Produktionsprozesses, sondern auch auf diffuse Emissionen.

Tropf- und Schüttverluste
Häufig kommt es beim Ausgießen und Umfüllen (z.B. von Waschmittel) zu Tropf- bzw. Schüttverlusten. Werden diese nicht entfernt, so entstehen unnötige diffuse Emissionen. Mit einer Umstellung auf Spargefäße kann dem entgegengewirkt
werden. Die Handpumpen ermöglichen eine gezielte Dosierung des Reinigungsmittels auf den Putztüchern bei geringen zu entnehmenden Mengen.
Eine positive Begleiterscheinung ist hierbei auch der Einspareffekt auf Grund des sparsameren Umgangs. Derartige Dosiersysteme werden zunehmend auch von den Gewerbeaufsichtsämtern für den Umgang mit gefährlichen Flüssigkeiten gefordert.

Offene Behältnisse
Behältnisse mit Farben und Reinigungsmitteln wie Dosen, Kanister und Fässer sollten nur bei Gebrauch geöffnet und anschließend sofort wieder verschlossen werden.

Putztücher
Ähnliches gilt auch für Putzlappen, welche zum Waschen eingesetzt werden. Wenn Waschmittel stark lösungsmittelhaltig sind, emittieren aus den getränkten Putzlappen schädliche Dämpfe in die Umgebungsluft. Aus diesem Grund sollten verunreinigte Putztücher direkt nach Gebrauch in geschlossene Behältnisse (aus Metall) geworfen werden.

Biologische Waschmittel
Biologische Waschmittel werden auf Basis schwerlöslicher Kohlenwasserstoffe hergestellt. Sie haben einen niedrigen Dampfdruck, d.h. sie sind hochsiedend und verdunsten deshalb unter Raumluftbedingungen kaum. Dies hat zur Folge, dass nur wenige Emissionen auftreten. Ein zusätzlicher Vorteil ist die weitgehende biologische Abbaubarkeit. Auf Grund ihres hohen Flammpunktes entfällt bei diesen pflanzlichen Ölen außerdem die Einteilung in eine Gefahrenklasse der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten und auch verschiedene Auflagen bezüglich Explosionsschutz und Lagerhaltung, wie beispielsweise eine Mengenbegrenzung bei der Lagerung sind nicht relevant.