Umweltpakt Bayern

 

Global Compact der Vereinten Nationen

Letzte Aktualisierung: 27.02.2015, Quelle: UN Global Compact, DGCN

Der Global Compact ist eine freiwillige Initiative der Vereinten Nationen für Unternehmen, die sich dafür aussprechen Menschenrechte, Arbeitsnormen und Umweltschutz zu achten sowie Korruption zu bekämpfen. Unternehmen können dem Global Compact kostenlos beitreten und ihre Teilnahme an der Initiative publik machen. Sie zeigen damit, dass sie die zehn Prinzipien des Global Compact im Betrieb beachten.
Mit über 8.000 teilnehmenden Unternehmen ist der UN Global Compact heute das weltweit größte Netzwerk für unternehmerische Verantwortung und Corporate Social Responsibility (CSR).

Die Prinzipien

  • Menschenrechte
  • 01: Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte unterstützen und achten und
    02: sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen.
  • Arbeitsnormen
  • 03: Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf Kollektivverhandlungen wahren.
    04: Unternehmen sollen sich für die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit einsetzen
    05: Unternehmen sollen sich für die Abschaffung von Kinderarbeit einsetzen.
    06: Unternehmen sollen sich für die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Erwerbstätigkeit einsetzen.
  • Umweltschutz
  • 07: Unternehmen sollen im Umgang mit Umweltproblemen dem Vorsorgeprinzip folgen.
    08: Unternehmen sollen Initiativen ergreifen, um größeres Umweltbewusstsein zu fördern.
    09: Unternehmen sollen die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien beschleunigen.
  • Korruptionsbekämpfung
  • 10: Unternehmen sollen gegen alle Arten der Korruption eintreten, einschließlich Erpressung und Bestechung.

Möglichkeiten der Teilnahme

Der Global Compact ist eine aktionsorientierte Lern- und Dialogplattform. Es werden Praxisbeispiele zur Umsetzung der zehn Prinzipien veröffentlicht und gefördert. Der Global Compact stützt sich dabei auf das freiwillige Engagement der Teilnehmer – mit einem Minimum an Extra-Formalitäten und Bürokratie. Er versteht sich nicht als Regulierungsinstrument.
Die Möglichkeiten sich zu engagieren sind vielfältig:

  1. Dialog
    Der Global Compact unterstützt handlungsorientierte Politikdialoge, die konkrete Fragen behandeln. Themen sind z. B. die Rolle des Privatsektors in Konfliktregionen oder Finanzwirtschaft und unternehmerische Verantwortung.
  2. Lernforum
    Das wichtigste Kommunikationsinstrument des Global Compact sind „Communication on Progress“ (CoP), die sogenannten Fortschrittsmitteilungen der Unternehmen. Diese dokumentieren die Umsetzung der zehn Prinzipien in den Kernbereichen des Unternehmens.
  3. Partnerschaftsprojekte
    Unternehmen werden motiviert, mit der UN und Institutionen der Zivilgesellschaft Partnerschaftsprojekte einzugehen und damit zur Erreichung der Millennium Entwicklungsziele (MDGs) beizutragen.
  4. Netzwerke
    Nationale Netzwerke unterstützen die Umsetzung der zehn Prinzipien vor Ort durch lokale Lernforen, Fachgespräche und Projekte und tragen dadurch zur Qualitätssicherung und nationalen Verankerung der Initiative bei.

Umsetzung und Berichterstattung

Unternehmen, die dem Global Compact beitreten, verpflichten sich, jährlich über ihren Fortschritt bei der Umsetzung der zehn Global Compact Prinzipien und ggf. bei der Unterstützung der UN-Ziele einer nachhaltigen Entwicklung zu berichten. Diese Communication on Progress (COP) richtet sich nicht an den Global Compact, sondern an die so genannten Stakeholder des Unternehmens, also etwa Investoren, Geschäftspartner, Kunden und Lieferanten, Organisationen der kritischen Zivilgesellschaft und staatliche Stellen.

Mindestanforderungen an COP

Der Global Compact ist keine Reporting-Initiative und macht keine Vorgaben zum Format der Berichterstattung. Die COP sollen möglichst in die bereits etablierte Nachhaltigkeits- oder Jahresberichterstattung des Unternehmens integriert werden. Damit ein derartiger Bericht als COP anerkannt werden kann, muss er die drei folgenden Elemente beinhalten:
  • Erklärung der Geschäftsführung zum fortdauernden Engagement des Unternehmens im Global Compact und zu weiteren Anstrengungen zur Umsetzung und Förderung der zehn Prinzipien
  • Beschreibung konkreter Aktivitäten des Unternehmens zur Umsetzung der zehn Prinzipien in seinem Einflussbereich und in jedem der vier Themenfelder des Global Compact (Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung). Kann über einzelne Themenfelder nicht berichtet werden, so muss das Unternehmen dies begründen ("report or explain")
  • Messung und Bewertung von Ergebnissen anhand definierter qualitativer und/oder quantitativer Indikatoren für die vier Themenfelder

Beitritt in vier Schritten

Der Beitritt ist kostenlos und ohne großen Aufwand zu schaffen. Vier Dinge sind zu tun:
  1. Teilnahmeantrag online ausfüllen und zusammen mit der unterschriebenen Beitrittserklärung abschicken
  2. Öffentliche Bekanntgabe z. B. durch eine Pressemitteilung durch die Firma
  3. Einbindung der zehn Prinzipien in die tägliche Arbeit
  4. Regelmäßige Berichterstattung



Kontaktieren Sie die Geschäftsstelle des Deutschen Global Compact Netzwerks, wenn Sie Fragen zum Beitritt oder zur Teilnahme haben.
globalcompact@giz.de

Global Compact 100

2013 hat die Initiative den Index Global Compact 100 eingeführt. Der Index listet 100 finanzstarke Aktiengesellschaften, die Mitglieder des Global Compact sind. Der Index soll jährlich aktualisiert werden.