Umweltpakt Bayern

 

Wirtschaftlichkeit von Energieeffizienz-Maßnahmen

Letzte Aktualisierung: 19.10.2016, Quelle: LfU

Manchmal lässt sich Energie schon durch kostengünstige organisatorische Maßnahmen einsparen, z. B. durch Abschalten von Anlagen in betriebsfreien Zeiten. Oft sind jedoch Investitionen notwendig, um die Energieeffizienz zu erhöhen und Energie einzusparen. Solche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sollten auch wirtschaftlich sein, damit sie eine Chance auf Realisierung haben.

Die Wirtschaftlichkeit kann mithilfe einer Investitionsrechnung abgeschätzt werden. Hierbei werden die durch die Investition vermiedenen Kosten ins Verhältnis zu den Investitions-kosten gesetzt. Daraus ergeben sich Kennzahlen, mit deren Hilfe sich die Wirtschaftlichkeit einer Investition beurteilen lässt.

Für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Investitionsgütern und Anlagen gibt es unterschiedliche Methoden. Die VDI-Richtlinie 6025 „Betriebswirtschaftliche Berechnungen für Investitionsgüter und Anlagen“ stellt die Grundlagen der gängigsten Verfahren zusammen.
Allgemein anerkannte Kalkulationsverfahren für die technische Gebäudeausstattung (TGA) Heizung, Klima etc. findet man z. B. in der VDI-Richtlinie 2067. Diese Richtlinie ermöglicht eine Bewertung und den Vergleich unterschiedlicher Konzepte zur technischen Ausrüstung eines Gebäudes.
Die VDI-Richtlinie 2884 „Beschaffung, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsmitteln unter Anwendung von Life Cycle Costing (LCC)“ ist eine Unterstützung bei der lebenszykluskostengerechten Produktplanung.

Berücksichtigen Sie die Nutzungsdauer bei der Investition

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Investition zu beurteilen. In der Praxis wird oft die Amortisationszeit als Kriterium verwendet. Sie gibt jedoch nur an, wann das eingesetzte Kapital wieder zurückgeflossen ist. Zur Rentabilität trifft sie keine Aussage.
Vielfach scheitern Investitionsvorhaben an den geforderten kurzen Amortisationszeiten. Dies mag bei kurzlebigen Vorhaben berechtigt sein. Bei Investitionen im Energiebereich mit langer Nutzungsdauer bleiben dadurch möglicherweise erhebliche Einsparpotenziale ungenutzt. Um dies zu vermeiden, sollte besser die Rentabilität und die gesamte Nutzungsdauer betrachtet werden. Ein geeignetes Rentabilitätsmaß ist z. B. die Kapitalrendite (interne Verzinsung).

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung – statische und dynamische Berechnungsverfahren


Statische Verfahren sind meist mit geringerem Berechnungsaufwand verbunden, da sie von gleichmäßigen Rückflüssen (hier: Verringerung von Energiekosten) ausgehen und nur eine Periode betrachten (z. B. die Kosten- und die Gewinnvergleichsrechnung). Am häufigsten wird die Amortisation einer Investition berechnet: Die Investition wird ins Verhältnis gesetzt zu den jährlichen Einsparungen, es ergibt sich die Amortisationszeit in Jahren.

Dynamische Verfahren sind aufwändiger und verlangen die Kenntnis (oder eine belastbare Abschätzung) von Kosten und Einsparungen über die gesamte Nutzungsdauer. Zeitlich differierende Kosten bzw. Einsparungen werden berücksichtigt. Für Investitionen mit langer Nutzungsdauer lohnen sie sich jedoch, denn sie liefern wesentlich aussagekräftigere Ergebnisse.

Man unterscheidet folgende dynamischen Investitionsrechenarten:
  • Kapitalwertmethode
  • Interne Zinsfuß-Methode
  • Annuitätenmethode.