Umweltpakt Bayern

 

"Leise" und kraftstoffsparende Kfz- Reifen

Letzte Aktualisierung: 24.10.2019, Quelle: UBA, Uni München

Wussten Sie, dass Sie mit dem richtigen Autoreifen Sprit sparen können? Die derzeitigen Reifentypen unterscheiden sich bei Rollgeräusch, Rollwiderstand und Gewicht.

Umweltverträglichkeit

Fast 25% der gesamten CO2-Emmissionen werden durch den Straßenverkehr erzeugt. Auf die Reifen entfallen 20% bis 30% des gesamten Kraftstoffverbrauchs eines Fahrzeuges, weshalb verbesserte Reifeneigenschaften einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen leisten können.

Der Rollwiderstand

Dieser trägt erheblich zum Kraftstoffverbrauch und damit zum Kohlendioxid-Ausstoß eines Fahrzeugs bei. Er ist immerhin für ein Viertel bis ein Drittel des Spritdurstes verantwortlich.
Autoreifen moderner Bauart erzielen durch einen optimierten Rollwiderstand Einsparungen beim Benzinverbrauch von rund 5 % im Vergleich zu älteren Modellen.
Eine wichtige Rolle spielt auch der richtige Reifendruck: wird der Reifen mit einem niedrigeren als dem vom Fahrzeughersteller in Abhängigkeit von der Beladung empfohlenen Nenndruck gefüllt, nehmen sowohl Rollgeräusch, Rollwiderstand und Spritverbrauch zu. Auch für die Verkehrssicherheit ist der Reifendruck von entscheidender Bedeutung.

Das Abrollgeräusch

Bei ca. 40 bis 50 km/h ist das Rollgeräusch etwa gleich laut wie das Motorgeräusch. Mit zunehmender Geschwindigkeit übertönt es den Antrieb. Allein durch die Wahl des richtigen Reifens können die Rollgeräusche um bis zu drei Dezibel reduziert werden.

Die Automobilhersteller statten Neufahrzeuge freiwillig mit leisen Reifen aus.
Über einen aufwendigen Freigabeprozess und vor dem Hintergrund der Einhaltung anderer wichtiger und zum Teil sicherheitsrelevanter Reifeneigenschaften stellen die Automobilhersteller sicher, dass die Reifen auch in einem Geschwindigkeitsbereich des urbanen Fahrens bezüglich Geräuschemissionen optimiert werden und damit einen Beitrag zur Reduzierung des Verkehrslärms leisten. Die Hersteller übertreffen dabei die Anforderungen der EU Verordnung 661/2009 und der UN ECE R117.

Übrigens: Wer einen Wagen mit Breitreifen fährt – das Reifenrollgeräusch wächst häufig mit der Reifenbreite.

Orientierungshilfe beim Neukauf


Es lohnt sich ein Blick in die Reifentests des ADAC oder der Fachpresse, in denen Noten für Außengeräusch und Rollwiderstand vergeben werden.

EU-Kennzeichnungssystem

Am 1. Oktober 2009 haben sich Europa-Abgeordnete und der Ministerrat auf ein Etikettierungssystem zur Kennzeichnung und Klassifizierung von Reifen geeinigt. Es folgte eine EU-Richtlinie, deren Regeln 2012 in Kraft getreten sind.

Seit dem 1. November 2012 müssen alle neuen Reifen für Pkws sowie für leichte und schwere Nutzfahrzeuge (C1-, C2- und C3-Reifen), die in der EU verkauft werden, nach ihrer Treibstoffeffizienz, Lärmerzeugung und Haftung bei Nässe gekennzeichnet werden. Ausnahmen bilden runderneuerte Reifen, professionelle Geländereifen und Rennreifen.

Für die Kennzeichnung wird eine Skala, ähnlich dem EU-Energie-Label für Haushaltsgeräte, verwendet. Ein dunkelgrünes "A" bedeutet die beste und ein rotes "G" die schlechteste Energieeffizienz. Zudem muss angeführt werden, wie gut die Reifenhaftung bei nassen Fahrverhältnissen ist. In der dritten Kategorie wird die Lärmerzeugung in Dezibel aufgelistet.

Zusätzlich wird anhand eines neuen Lärm-Piktogramms der erzeugte Lärmpegel der Reifen während der Fahrt durch die Anzahl an schwarzen Schallwellen abzulesen sein, die von einem Lautsprecher ausgestrahlt werden. Leise Autoreifen (unter 68 Dezibel) werden beispielsweise mit nur einer schwarzen und zwei weißen Schallwellen gekennzeichnet sein.

Allerdings deckt das EU-Label nicht alle für die Qualität eines Reifens wichtigen Kriterien ab, so dass ein Blick in einschlägige Fachzeitschriften und entsprechende Tests nicht schaden kann.