Umweltpakt Bayern

 

Green IT

Letzte Aktualisierung: 25.10.2017, Quelle: BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., Fraunhofer IZM, Borderstep Institut, CeBit, IHK Nürnberg für Mittelfranken

Was versteht man unter Green IT?

Der Begriff Green IT ist eine Sammelbezeichnung für die umweltfreundliche Herstellung, den Betrieb und die Entsorgung von Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik (IKT).

Gründe, sich mit dem Thema zu befassen

Eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Auftrag gegebene Studie bezifferte den Energiebedarf der IKT in Deutschland im Jahr 2015 auf 47,8 Terawattstunden (TWh). Der Bedarf von Rechenzentren steigerte sich dabei in den letzten fünf Jahren um knapp 15 % auf 12 TWh. Das entspricht 2,3 % des Gesamtstromverbrauchs in Deutschland im Vergleich zu 1,8 % noch vor fünf Jahren. Bis 2025 wird hier eine Erhöhung auf über 16 TWh prognostiziert.

Gegenläufig ist der Trend bei der Arbeitsplatz-IT. Hier bestehen laut der Prognose Potenziale den Bedarf im gleichen Zeitraum um etwa ein Drittel auf 5,5 TWh zu verringern. Als Grund sind die technische Optimierung von Endgeräten, vor allem von Monitoren und Computern, und die Europäische Ökodesign-Richtlinie genannt.

Es ist zu erwarten, dass der Strombedarf und die Kosten durch IKT im Unternehmensbereich weiter steigen werden. Welchen Anteil der Trend zur Digitalisierung (z. B. Industrie 4.0) daran haben wird, lässt sich heute noch nicht genau sagen.

Maßnahmen zum Energiesparen in der ITK

PC und Monitore


  • Optimieren Sie die Einstellung der Energieoptionen in der Systemsteuerung. Dies bringt Einsparungen von 15 – 30 % in einem Netzwerk.





  • Überprüfen Sie, ob an jedem Arbeitsplatz ein Einzelplatzdrucker notwendig ist oder ob Sie stattdessen einen Netzwerkdrucker einsetzen können.


  • Achten Sie bei Neuanschaffung auf den Energieverbrauch der Geräte.


  • Unter dem Energiesparaspekt schneidet ein mobiles Gerät meistens besser ab als ein Desktop-Rechner, da die Hersteller bei diesen Geräten wegen des Akkubetriebs von Haus aus auf eine effizientere Energienutzung achten. Sehr effiziente Desktop-PCs benötigen im Normalbetrieb 20 bis 40 Watt, ein sehr effizientes Notebook benötigt nur 10 W. Ein sehr ineffizienter PC, der sich für vergleichbare Nutzungsmöglichkeiten eignet, kann über 100 W verbrauchen, während ein sehr ineffizientes Notebook über 30 W verbraucht.






  • Ersetzen Sie ggf. herkömmliche PCs durch sogenannte Thin Clients.
    Das sind abgespeckte PCs, die im Wesentlichen nur zur Ein- und Ausgabe von Daten dienen. Die Datenverarbeitung erfolgt durch einen zentralen Server. Auf diese Weise benötigen Thin Clients wesentlich weniger Rechnerleistung, verbrauchen damit etwa 20 % weniger Strom und senken die Geräuschentwicklung im Büro. Außerdem ist der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung deutlich geringer und die Lebensdauer nahezu doppelt so lange.
    Diesen Vorteilen stehen allerdings auch Nachteile gegenüber:
    Thin Clients können nur über eine Netzwerkverbindung betrieben werden und sind daher für den mobilen Einsatz nur eingeschränkt nutzbar. Aufwendige grafische Anwendungen sind über Netzwerkverbindungen häufig nicht möglich. Außerdem kann es bei der Installation von Anwendungen auf einem Server zu Lizenzproblemen kommen. Auch unter Sicherheitsgesichtspunkten sind Vor- und Nachteile denkbar, schließlich müssen Servicepacks und Patches nur noch einmal zentral installiert werden. Dies zieht jedoch regelmäßig einen Neustart des Servers nach sich, der mit der Beendigung aller Benutzersitzungen einhergeht.

Im Rechenzentrum

In einem Rechenzentrum verteilt sich der Energieverbrauch durchschnittlich etwa zur Hälfte auf die eigentliche IT und zur Hälfte auf die sonstigen Komponenten wie zum Beispiel Klimatisierung, elektrisches Licht und Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV).
Als Kriterium zur Effizienzbewertung eines Rechenzentrums wird häufig der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) herangezogen. Er wird aus dem Verhältnis zwischen der benötigten Gesamtenergie des RZ und der lediglich von den IT-Komponenten benötigten Energie gebildet. Allerdings gibt es bisher keine einheitlichen Kriterien zur Erhebung der Messdaten. Allgemein gilt jedoch ein PUE-Wert von maximal 1,5 als sehr gut.

Es gibt viele Möglichkeiten, den PUE-Wert zu senken:

  • Der Stromverbrauch von Servern kann u. a. durch Virtualisierung deutlich gesenkt werden. Die Virtualisierungstechnik erlaubt es, Prozessoren, Festplatten und Arbeitsspeicher eines Computers mehreren virtuellen Computern zur Verfügung zu stellen. In den virtuellen Maschinen lassen sich voneinander unabhängige Softwarekonfigurationen einrichten, die sich eine physikalische Hardware teilen.


  • Durch die Virtualisierung steigt gleichzeitig die Auslastung des Servers. Derzeit werden viele Server nur mit 10 - 30% Auslastung betrieben. Trotzdem verbrauchen die Systeme aber fast genauso viel Strom wie unter Volllast.


  • Achten Sie bei der Anordnung von Serverschränken darauf, dass die warme Abluft nicht direkt neben dem Kaltluftzustrom abgesaugt wird.


  • Ein relativ einfacher und preisgünstiger Weg ist die sogenannte „Einhausung“ von Servern. Dabei werden die Serverrückseiten, an denen warme Luft abgegeben wird, durch eine Abdeckung von der Umgebung abgeschirmt. Auf diese Weise kommt es nicht zur Vermischung von kalter und warmer Luft im Serverraum und die Temperatur der zugeführten Kühlluft kann bei gleicher Serverleistung erhöht werden. Das spart zusätzliche Kosten für die Klimatisierung des Rechenzentrums.


  • Sorgen Sie außerdem dafür, dass es in den Serverschränken zu einem möglichst geringen Wärmeaustausch kommt. Dies kann durch das Einsetzen von Blenden in nicht belegte Serverschlitze erreicht werden. Außerdem sollten Kabelauslässe nicht zu groß sein beziehungsweise ebenfalls abgedichtet werden.


  • Die Kühleigenschaften von Wasser sind wesentlich besser als die von Luft. Daher sollten Sie bei größeren Rechenzentren über eine wasserbasierte Kühlung nachdenken. Gegebenenfalls kann dafür auch Grundwasser genutzt werden.

Vergleichsmöglichkeiten

Eine gute Vergleichsmethode bietet das Label „Energy Star“. Es handelt sich dabei um ein internationales freiwilliges Kennzeichnungsprogramm für Strom sparende Bürogeräte. In der Energy Star-Datenbank sind die Modelle mit dem niedrigsten Stromverbrauch und der Energy Star-Norm aufgeführt, die Ihren Leistungsanforderungen entsprechen.
Internetseite des Energy Star Labels


Eine Marktübersicht bietet EcoTopTen für PCs und Notebooks, Drucker und Computermonitore.