Umweltpakt Bayern

 

Top-Runner-Ansatz

Letzte Aktualisierung: 13.06.2017, Quelle: BMU, BMWi, UBA, Bundeszentrale für politische Bildung

Was versteht man unter dem Top-Runner-Ansatz?

Der so genannte Top-Runner-Ansatz legt die beste verfügbare Technologie am Markt als Standard fest, der von den anderen Produkten der Produktgruppe innerhalb einer bestimmten Frist erreicht werden muss. Produkte, die diesen Mindeststandard nicht erreichen, dürfen dann nicht mehr auf den Markt gebracht werden.

Wirkung des Top-Runner-Ansatzes

Ziel des Top-Runner-Ansatzes ist die Etablierung der umweltverträglichsten bzw. ressourcen- und/oder energieeffizientesten Technologie in einem Markt. Er soll den technischen Fortschritt eines Landes oder einer Region fördern, indem er die Hersteller beispielsweise zum Wettbewerb um den niedrigsten Energieverbrauch animiert. Mit dem Top-Runner-Prinzip werden energieintensive Geräte nach und nach aus dem Angebot verdrängt.

Da zu erwarten ist, dass der Bedarf an energiesparenden Produkten in Zukunft zunehmen wird, können durch die Entwicklung und Produktion energieeffizienter Technologien Wettbewerbsvorteile geschaffen werden. Dabei geht der Ansatz von zukünftig insgesamt höheren Standards aus, die sich nicht mehr am Durchschnitt aller Produkte orientieren. Damit werden auch Anbieter von außerhalb des Marktes zur Anpassung gezwungen sodass keine internationalen Wettbewerbsverzerrungen für inländische Anbieter entstehen.

Hintergrund

Vorbild Japan


In Japan wurde der Top-Runner-Ansatz bereits 1999 eingeführt. Der japanische Top-Runner-Ansatz teilt jedes Produkt in verschiedene Untergruppen und setzt Effizienzziele für jede dieser Gruppen. Das japanische Top-Runner-Programm legt den maximalen Energieverbrauch für energieintensive Produkte fest, wie z.B. im Dezember 2012 bei Wärmepumpen. Japan verspricht sich mit dem Top-Runner-Ansatz (als Teil der Energiepolitik) einen hohen Beitrag zum Klimaschutz, neue Märkte für nachhaltige Politik und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit eigener Produkte auf dem Weltmarkt.

Umsetzung in Europa

In der EU wir das Top-Runner-Modell mit einem Instrumentenmix aus Mindesteffizienzstandards (Ökodesign-Richtlinie), verpflichtender Energieverbrauchskennzeichnung und freiwilligem Umweltzeichen ausgestaltet. Das Bundesumweltministerium setzt sich dafür ein, den Top Runner-Ansatz nicht nur auf die Steigerung der Energieeffizienz von Produkten zu beschränken, sondern mit dem Ansatz die Umweltwirkungen von Produkten insgesamt kontinuierlich zu reduzieren.
Um die Top-Runner-Initiative zu unterstützen wurde die Informationskampagne „Deutschland macht’s effizient“ ins Leben gerufen. Herstellern dient dies als Netzwerk zur kontinuierlichen Verbesserung, der Handel wird beim Verkauf von energieeffizienten Geräten unterstützt, Verbraucher werden umfangreich aufgeklärt und für das Thema Energieeffizienz sensibilisiert.