Umweltpakt Bayern

 

Energieeffizienznetzwerke – Viele Vorteile für Unternehmen

Letzte Aktualisierung: 19.04.2016, Quelle: LfU, DIHK, StMWi, BMUB, IHK Schwaben

Energieeffizienz – ein wichtiger Baustein für den Unternehmenserfolg

In fast jedem Unternehmen kann Energie eingespart werden. Mit zum Teil geringen Investitionen erlauben es rentable Techniken erhebliche Kosten einzusparen. Diese Möglichkeiten werden jedoch oft nicht erkannt. Wo ein professionelles Energiemanagement für mittelständische Unternehmen zu aufwendig ist, können Energieeffizienz-Netzwerke helfen.

Bundesregierung und Wirtschaft wollen bis 2020 insgesamt 500 neue Energieeffizienz-Netzwerke gründen. Aktuelle Trends zur Energieeinsparung werden über Roadshows der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz in die Regionen gebracht.



Die Vorteile für Unternehmen im Überblick

  • Individuelle Beratung der Unternehmen: Vor-Ort-Begehung und Energiedatenerhebung durch einen energietechnischen Berater mit hoher Fachkompetenz zur Identifizierung der wesentlichen Einsparpotenziale.
  • Synergieeffekte: Die Netzwerkarbeit ermöglicht gemeinsam erarbeitete Lösungen für den eigenen Betrieb zu adaptieren. Such- und Entscheidungskosten können so reduziert werden.
  • Kontinuierlicher Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, auch über das Thema Energieeffizienz hinaus.
  • Stärkung der Wettbewerbsposition: Durch einen geringeren Energieverbrauch ergeben sich geringere Energiekosten.
  • Wesentliche Voraussetzungen auf dem Weg zur Zertifizierung des Energiemanagementsystems gemäß ISO 50001 werden erfüllt.
  • Steigerung der Mitarbeitermotivation und -kompetenz.
  • Imagegewinn: Durch Energieeinsparungen leisten Unternehmen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz.

Kosten für teilnehmende Unternehmen

Ob sich die Einrichtung von oder Beteiligung an einem Energieeffizienz-Netzwerk lohnt, hängt nicht von der Firmengröße ab. Entscheidend ist die Höhe der Energiekosten eines Unternehmens. Liegen diese im Jahr über 150.000 €, empfiehlt sich eine Teilnahme in jedem Fall. Besonders lukrativ ist die Teilnahme für Unternehmen, die ab November 2015 neu unter die Energieaudit-Pflicht fallen.

Für größere Betriebe mit Energiekosten über 500.000 € pro Jahr ergeben sich durchschnittliche Kosten von 4.500 € bis 7.000 € pro Betrieb und Jahr. Für kleinere Betriebe mit Energiekosten geringer als 500.000 € pro Jahr fallen durchschnittliche Kosten von 1.500 € bis 2.500 € an. Hinzu kommen jeweils einmalig Kosten für das Energieaudit. Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) werden dabei von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

Wie Energieeffizienz-Netzwerke funktionieren

Die Arbeit im Energienetzwerk gliedert sich in mehrere Phasen und erstreckt sich über eine Laufzeit von in der Regel zwei bis drei Jahren. Die einzelnen Schritte im Überblick:
  • Jedes Netzwerk besteht in der Regel aus acht bis 15 (mindestens jedoch fünf) Unternehmen. Diese können aus einer, aber auch aus verschiedenen Branchen stammen.
  • Zu Beginn wird für jedes Unternehmen des Netzwerks eine Potenzialanalyse zur Steigerung der Energieeffizienz durchgeführt. Hier bietet es sich an, auf bestehende Energiemanagementsysteme zurückzugreifen. Andernfalls wird die Analyse von einem qualifizierten Energieberater (aus dem Unternehmen oder extern) durchgeführt.
  • Ausgehend von der Potenzialanalyse setzt sich jedes Unternehmen ein eigenes, freiwilliges Einsparziel. Aus den kumulierten Zielen aller beteiligten Unternehmen wird das Einsparziel für das Netzwerk insgesamt festgelegt.
  • In regelmäßig stattfindenden Treffen werden untereinander und gegebenenfalls mit externen Fachleuten Themen und Entwicklungen der Energieeffizienz diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Diese Expertenrunden bilden die Grundlage für die einzelnen Unternehmen, Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen zu beschließen.

Wie Unternehmen aktiv werden können

Interessierte Unternehmen können mit der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) oder mit Unternehmen in ihrer Region in Kontakt treten, um den Beitritt zu einem bestehenden Netzwerk oder die Gründung eines neuen Netzwerks in die Wege zu leiten. Eine Übersicht mit Ansprechpartnern und Kontakten der Wirtschaftsverbände und -organisationen bietet die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke.


Die Bayrische Energieeffizienz-Netzwerkinitiative BEEN-i

Um Betriebe in Bayern bei der Verbesserung ihrer Energieeffizienz besser unterstützen zu können, hat das bayerische Wirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit Spitzenverbänden der bayrischen Wirtschaft sowie Fachverbänden die Bayrische Energieeffizienz-Netzwerkinitiative BEEN-i gestartet.

Die BEEN-i Website bietet Ihnen einen guten Überblick über Ansprechpartner und Veranstaltungen.



Einem passenden Netzwerk in der Region beitreten

Auf einer interaktiven Karte der BEEN-i Website können Sie bestehende Netzwerke in Bayern finden. Daneben besteht mit REGINEE ein weiteres regionales Energieeffizienz-Netzwerk.



Neugründung eines Energieeffizienz-Netzwerks

Auf der Webseite der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke findet sich eine Schritt für Schritt Anleitung für die Gründung eines Netzwerkes sowie Formulierungshilfen. Speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) wurden sogenannte Mari:e-Netzwerke ins Leben gerufen.


Förderungen

Das BMUB fördert im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative Lernende Energieeffizienz-Netzwerke (LEEN-Netzwerke) und erleichtert mit mehreren Maßnahmen die Teilnahme an neuen LEEN-Netzwerken.
Folgende Förderungen sind für LEEN-Netzwerke möglich:
  • Initiatoren und Netzwerkträger werden bei ihrer konzeptionellen Arbeit der Netzwerkentwicklung durch erfahrene Netzwerkentwickler des Projektteams kostenfrei unterstützt.
  • Die Lizenzgebühren für das LEEN-Managementsystem entfallen für alle Betriebe, die an einem LEEN-Netzwerk teilnehmen, das im Rahmen der Netzwerke-Initiative bis Ende 2017 startet.
  • Die ersten zehn LEEN-Netzwerke mit zehn bis fünfzehn teilnehmenden Betrieben, die ab 2015 entstehen, werden mit bis zu 4.000 Euro pro Betrieb bezuschusst. Netzwerke mit nur acht oder neun teilnehmenden Betrieben, die jedoch weitere Interessenten nachweisen, können eine Teilförderung beantragen.