Umweltpakt Bayern

 

Betriebliches Mobilitätsmanagement

Letzte Aktualisierung: 13.01.2017, Quelle: StMUV, StMI, mobil-pro-fit.de, muenchen.de

Verkehrsströme nehmen weiter zu und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sind unübersehbar. Die bayerische Staatsregierung hat bereits Ziele und Maßnahmen für einen nachhaltigeren Verkehr formuliert. Die folgende Auswahl gibt einen Einblick:

  • Die Energieeffizienz im Verkehr nachhaltig zu steigern, so dass gleichzeitig der Ausstoß von Klimagasen wesentlich reduziert wird und die Mobilität im Personen- und Güterverkehr gewahrt bleibt. (Quelle: Klimaprogramm Bayern 2020)
  • Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle und der Verletzten auf Bayerns Straßen weiter zu reduzieren. (Quelle: Verkehrssicherheitsprogramm 2020 "Bayern mobil - sicher ans Ziel")
  • Eine deutliche Reduktion der zusätzlichen Flächeninanspruchnahme durch Siedlung und Verkehr. (Quelle: Biodiversitätsprogramm Bayern 2030)
  • Eine zukunftsfähige Verkehrspolitik muss wirtschaftlich tragfähig, sozial ausgewogen und gleichzeitig natur- und umweltschonend sein. (Quelle: StMI)


Unternehmen können mit einem durchdachten Mobilitätsmanagement einen Beitrag leisten, diese Ziele zu erreichen. Für einen Verkehr, der weniger laut, emissionsarm und vielfältig ist.

Mobilitätsmanagement konkret

Die Organisation der Anfahrt von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sich schon vielfach bewährt. Hauptmotivation ist dabei für die Betriebe die Einsparung von Parkraum sowie die Verringerung des Verkehrs und der Unfallzahlen im Umfeld der Betriebsstätten. Mögliche Maßnahmen sind die Abstimmung der Arbeitszeiten auf Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel, Job-Tickets oder die Einrichtung von Zubringerbussen zu Sammelstellen. Betriebe können aber auch Einfluss auf das Verhalten ihrer Kunden und Besucher nehmen, indem sie diese regelmäßig auf ihre Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinweisen. Auch das Fahrradfahren kann gefördert werden, z. B. mit Fahrradaktionen, Betriebsfahrrädern oder kostenlosem Reparaturservice. Die Anschaffung von Elektro-Fahrzeugen oder -Fahrrädern wird nicht nur Techniker begeistern.
Betriebe erleichtern mit einem Mobilitätsmanagement ihren Beschäftigten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, per Fahrrad, zu Fuß oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit anzureisen. Die Optimierung der Richtlinien für den Fuhrpark und für Dienstreisen erhöht die Effizienz und führt damit zu Kosteneinsparungen. Hier können Grenzen für CO2-Emissionen oder die Bevorzugung der Bahn vorgeschrieben werden. Mit den richtigen Maßnahmen beträgt das Einsparpotenzial rund 800 Euro pro Mitarbeiter und Jahr.

Minimierung von Transportwegen

Eine Minimierung von Transportwegen bezieht sich in erster Linie auf die innerbetrieblichen Arbeitsprozesse. Daher sollten Betriebe auf eine optimale Gestaltung von Arbeitsabläufen achten. Es ist eine alte Weisheit, dass Produktionsprozesse grundsätzlich umso effizienter ablaufen, je enger man die Teilprozesse räumlich und zeitlich miteinander verbindet. Hinsichtlich des Energiebedarfs ist dies besonders relevant, wenn zwischen den Prozessschritten unnötige Transporte entstehen. In vielen gewachsenen Betrieben mit knappen Platzverhältnissen lässt sich dies oft nicht vermeiden. Umso wichtiger ist es bei Umbauarbeiten alle Möglichkeiten auszuschöpfen und besonders bei Neuerrichtungen auf optimierte Prozesskopplung zu setzen.
Ebenfalls nützlich ist der Einsatz von elektronischen Medien, wie E-Mail, Intranet, spezielle Software oder Videokonferenzen. Ein Fokus auf regionale Lieferanten schützt nicht nur den Geldbeutel sondern auch das Klima.

Durch Mobilitätsmanagement kann der Personenverkehr nachhaltig gestaltet werden, also effizient, umwelt- und sozialverträglich.

Modal Split

Modal-Split ist die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel. Man unterscheidet dabei folgende Arten:
  • zu Fuß
  • Fahrrad
  • ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr)
  • Kfz


In München betrug die Verteilung des Berufsverkehrs im Jahr 2011 zu Fuß (28 %), Fahrrad (17 %), ÖPNV (21 %) und Kfz (37 %). Beim betrieblichen Mobilitätsmanagement sollten sämtliche Verkehrsströme, die von einem Betrieb ausgehen, untersucht werden. Dazu gehören neben der Art auch die Anreise der Beschäftigten, Lieferverkehre sowie die Geschäftsreisetätigkeit.

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