Umweltpakt Bayern

 

Abwärmenutzung im Betrieb

Letzte Aktualisierung: 11.08.2017, Quelle: LfU

Die Vermeidung und/ oder Nutzung von Abwärme birgt in vielen Unternehmen hohe Energieeffizienzpotenziale. Nutzen Sie diese Einsparmöglichkeiten konsequent und prüfen Sie ihre Prozesse.

Potenziale

Branchenspezifisch unterscheiden sich die Potenziale zur Nutzung von Abwärme stark. Erfahrungsgemäß können Unternehmen durchschnittlich 20 bis 30 Prozent der eingesetzten Wärme einsparen. Entlastet werden dadurch oftmals auch bestehende Wärmeversorgungs- bzw. Kühlanlagen. Weil selbst modernste Energieeffizienztechnologien Abwärme aber nie vollständig verhindern können, sollte zunächst immer die Vermeidung der Entstehung von Abwärme im Vordergrund stehen.

Vermeidung vor Verwertung

Zur Abwärmevermeidung können Unternehmen folgende Fragestellungen helfen:

  • Sind die Prozesse richtig dimensioniert oder können Überkapazitäten eingespart werden?
  • Sind die Anlagen richtig gesteuert oder lassen sich ineffiziente Betriebspunkte vermeiden?
  • Ist das gewählte Temperatur- bzw. Intensitätsniveau tatsächlich notwendig?
  • Können Anlagen zur Vermeidung von Wärmeverlusten besser gedämmt werden?
  • Findet eine regelmäßige Wartung der Anlagen statt?
  • Lassen sich energetisch vorteilhaftere Alternativprozesse einsetzen, um das gleiche Resultat zu erzielen?

Bestandsaufnahme im Unternehmen

Zur Identifizierung von Abwärmepotenzialen sollte eine Prüfung jeder Abwärmequelle und jeder potenzieller Wärmeverbraucher hinsichtlich folgender Kriterien erfolgen:

  • Temperaturniveau: Je höher, desto einfacher ist die Verwertung der Abwärme.
  • Verfügbare Wärmemenge: Kontinuität wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Abwärmenutzung aus.
  • Zeitlicher Verlauf von Wärmeangebot und Wärmebedarf: Gleichzeitiges Auftreten vereinfacht die Abwärmenutzung.
  • Wärmeträgermedium: Gebundene Abwärme, wie Abluftströme oder Kühlflüssigkeiten, kann deutlich einfacher genutzt werden als diffuse Abwärme, die zur weiteren Nutzung erst noch gefasst und abgeführt werden muss.
  • Örtliche Gegebenheit: Vermeiden Sie nach Möglichkeit Transportverluste und prüfen Sie die Platzverfügbarkeit für die Installation von beispielsweise Speichertechnologien.

Eine Möglichkeit die Abwärme im Betrieb zu überprüfen, bietet der Abwärmerechner im Infozentrum UmweltWirtschaft (IZU). Das Online-Tool hilft Ihnen, das Potenzial im Unternehmen zu identifizieren.


Arten der Abwärmenutzung

  1. Wärmerückgewinnung zur Nutzung der Abwärme im selben Prozess bzw. in derselben Anlage
  2. Abwärmenutzung in anderen Betriebsprozessen, zur Raumheizung oder Warmwasseraufbereitung
  3. Weitergabe der Abwärme an Dritte, z.B. an benachbarte Unternehmen, in das Nah- bzw. Fernwärmenetz oder zur Wärmebedarfsabdeckung von öffentlichen Gebäuden und Haushalten
  4. Umwandlung der Abwärme in andere Nutzenergieformen, wie Kälte oder Strom

Förderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert seit Mai 2016 Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Nutzung betrieblicher Abwärme in gewerblichen Unternehmen.