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Kreislaufwirtschaft im Bauwesen durch Materialkataster und –inventare erhöhen

Quelle: UBA

Materialkataster und –inventare sind geeignete Instrumente zur Dokumentation von Materialflüssen und -beständen im Lebenszyklus von Bauwerken und zum dynamischen Materialhaushalt von Regionen. Sie können dazu beitragen, Bedarfe an Primärrohstoffen im Bauwesen zu verringern, Mengen an zu deponierenden Abfällen zu begrenzen und Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken zu reduzieren. Das Umweltbundesamt (UBA) hat dazu kürzlich eine Studie veröffentlicht. Am REZ läuft zu dem Thema die „Machbarkeitsstudie – Rohstoffkartierung Bayern“.

Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollten Baustoffe gemäß der Abfallhierarchie (siehe Kreislaufwirtschaftsgesetz KrWG) vorrangig wiederverwendet oder zur Wiederverwendung vorbereitet werden. Ansonsten sind sie als Bau- und Abbruchabfälle – soweit technisch und wirtschaftlich umsetzbar – aufzubereiten. Um zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft im Bausektor zu gelangen, werden gute materielle Informationsgrundlagen über Bauwerke benötigt, die bislang nur unzureichend vorliegen. Materialinventare für Bauwerke sowie Materialkataster ganzer Regionen können diese Informationen bereitstellen, strukturieren und über den jahrzehntelangen Lebenszyklus von Bauwerken vorhalten. Dazu müssen sie aber aktualisiert und weiterentwickelt werden.

Das Umweltbundesamt hat dazu kürzlich die Studie „Kartierung des anthropogenen Lagers IV – Erarbeitung eines Gebäudepass- und Gebäudekatasterkonzepts zur regionalisierten Erfassung des Materialhaushaltes mit dem Ziel der Optimierung des Recyclings“ veröffentlicht. Ziel des Vorhabens war es, Instrumente zur Dokumentation von Materialflüssen und -beständen im Lebenszyklus von Bauwerken und zum dynamischen Materialhaushalt von Regionen praxisgerecht und harmonisiert weiterzuentwickeln.

Materialinventare und -kataster könnten dazu beitragen, Bedarfe an Primärrohstoffen zu verringern, Mengen an zu deponierenden Abfällen zu begrenzen und Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken zu reduzieren. Ganz praktisch könnten mithilfe dieser Instrumente alle Beteiligten von der Bauplanung, Nutzung bis hin zum Abbruch in ihren Arbeits- und Entscheidungsprozessen unterstützt werden. Zudem zeigt die Studie, dass alle Beteiligten Einfluss auf die Auswahl, Verwendung oder Aufbereitung von Materialien haben und deshalb besser kooperieren sollten.

Am REZ läuft zu diesem Thema aktuell die „Machbarkeitsstudie – Rohstoffkartierung Bayern“. Übergeordnetes Ziel ist es, die stoffliche Zusammensetzung des Gebäudebestands in Bayern als Grundlage für strategisches Stoffstrom- und Ressourcenmanagement großflächig zu erheben. Dafür wird in diesem Forschungsvorhaben die Machbarkeit einer flächendeckenden Kartierung des anthropogenen Lagers (insb. der verbauten Stoffe im Wohngebäudebestand in Bayern und der daraus zu erwartenden Materialströme) geprüft.